30 Mrz

Wildkräuter – Delikatessen im zeitigen Frühjahr

Wenn der Portulak zu langweilig wird, und Schnittsalat und Spinat noch nicht groß genug sind, lässt sich die Zwischenzeit gut mit Wildkräutern überbrücken. Viele Wildkräuter kommen sowohl in der freien Natur als auch in unseren Gärten vor. Im Frühjahr sind ihre Blätter noch zart. Im Sommer ist dies nicht mehr der Fall und es gibt dann auch im Garten genügend Alternativen in Form von gesäten Küchenkräutern und grünen Salaten.

Glänzende Blattunterseite von Maiglöckchen (links) und stumpfe vom Bärlauchblatt (rechts)

Manche Wildkräuter sind essbar, es gibt aber auch giftige. Zu den essbaren Kräutern, die auch noch schmackhaft sind, zählen z.B. Löwenzahn, Brennnesseln, Schafgarbe, Brunnenkresse, Giersch, Gundermann, Huflattich, Wiesenkerbel, Vogelmiere, Sauerampfer, Hirtentäschelkraut, behaartes Schaumkraut, weiße Taubnessel, Frauenmantel, Knoblauchrauke und Bärlauch. Für das Sammeln von Wildkräutern gilt allerdings dasselbe wie für Pilze: Man sammelt nur die, die man ohne jeden Zweifel identifizieren kann. Der Bärlauch nimmt unter den Wildkräutern eine Sonderstellung ein.

WIldkräutersalat

Im Frühling streifen stets Heerscharen von Sammlern durch unsere Wälder, um Bärlauch zu sammeln. Ein bekannter Koch und Gastronom der Region, der in jedem Frühjahr zu Bärlauchexkursionen einlädt, hat zu diesem “Run” erheblich beigetragen. In den Medien wird oft ignoriert, dass die Blätter des Bärlauchs sehr leicht mit denen von Maiglöckchen verwechselt werden können, die sehr giftig sind. Beide haben dieselbe Blattform, und der Geruch allein ist kein gutes Unterscheidungsmerkmal, weil der starke Knoblauchgeruch des Bärlauchs den der Maiglöckchen überdecken kann.

Wildkräuterrisotto

Ein untrügliches Bestimmungsmerkmal sind dagegen die Blattunterseiten. Die des Bärlauchs sind stumpf, die der Maiglöchchen dagegen glänzend (siehe Foto oben!). Bei der Verwendung in der Küche sollte man beachten, dass Bärlauch roh stark nach Knoblauch schmeckt. Nicht jeder mag das. Man kann dies aber abmildern, indem man nur blanchierte Blätter verwendet bzw. sie mit Spinatblättern streckt. Wildkräuter lassen sich besonders gut als Salate, in Risotto und für Suppen und Tees verwenden. Rezepte, bei denen Wildkräuter verarbeitet werden, sind hier zu finden, z.B. das Rezept für Wildkräutersalat und -Risotto auf den beiden Fotos.

22 Mrz

Frühlingsanfang

Vorgestern hat der kalendarische Frühling begonnen. Bis vor mehreren Tagen war das Wetter noch kühl und regnerisch. Dazu gab es immer wieder viel Wind und Sturmböen. Aber das Vlies auf unserem Gemüsebeet war gut fixiert und hat gehalten. Jetzt ist es pünktlich zum Frühlingsanfang warm und sonnig geworden. Allgemein ist die Natur schon sehr weit für diese Zeit, aber das war in den letzten Jahren schon öfter der Fall.

Sprossen von Daikonrettich

Von den Küchenkräutern haben Schnittlauch und Petersilie schon so weit getrieben, dass wir sie für die Küche benutzen können. Thymian, Salbei und Rosmarin überstehen Frostnächte im Früjahr ohnenhin recht gut und beginnen jetzt ebenfalls wieder zu wachsen. An Salaten können wir jetzt nur noch Winterportulak aus dem Gewächshaus ernten. Um für Abwechselung zu sorgen züchte ich um diese Zeit immer Sprossen am Fenster in der Küche an und mische sie mit dem Portulak. Die Auswahl an Samen ist inzwischen recht groß, und es dauert nur ein paar Tage, bis man die Sprossen ernten kann. Die Gemüse für die Küche kommen alle inzwischen aus der Tiefkühltruhe.

In den letzten Tagen habe ich meine letztjährigen Erdbeerpflanzen gesichtet. Dazu grabe ich sie aus und prüfe sie. Es sollten Wurzeln dabei sein, die dünn, lang und hellbraun sind (siehe Foto). Letztere stammen von Ablegern des letzten Jahres. Diejenigen Pflanzen, bei denen diese Wurzeln fehlen und statt dessen nur noch dunkelbraune auffallen, sind zu alt, um dieses Jahr noch gut zu fruchten. Sie kommen auf den Kompost. Den Rest pflanze ich an anderer Stelle wieder ein. Vorher allerdings werden die alten Blätter abgeschnitten, die hellgrünen nachgewachsenen bleiben stehen.

Erdbeerpflanze im März

Nur bis spätestens Ende März lassen sich Erdbeeren umpflanzen. Danach brauchen sie Ruhe, um weitere Wurzeln zu treiben und blühen und fruchten zu können. In die Räume zwischen den Erdbeeren habe ich Steckzwiebeln gesetzt. So wird die Fläche gut genutzt. Beide Arten ergänzen sich ideal, weil sich die Erdbeeren flach ausbreiten, die Zwiebeln aber schmal nach oben wachsen. Beim Kauf der Steckzwiebeln ist darauf zu achten, dass sie nicht größer als Haselnüsse sind, andernfalls blühen sie sehr früh. Ich habe mehrfach gelesen, dass Erdbeeren in der Nähe von Zwiebelgewächsen nicht von Nematoden befallen werden. Dies war in der Tat bei mir noch nie der Fall. Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob dies wirklich an der Zwischenpflanzung mit Zwiebeln liegt. Weitere Details zum Erdbeeranbau und der Verarbeitung siehe hier!

03 Mrz

Einsäen und Abdecken

Das schöne Wetter hat mich verleitet, in diesem Jahr schon früher mit der Frühjahrsaussaat zu beginnen. Wenn es warm und sonnig ist, macht es halt mehr Spaß, im Garten zu arbeiten. Pünktlich nachdem ich fertig war, kam der Wetterumschwung. Weil es auch geregnet hat, stört mich das nicht weiter. Es ist sogar ideal, weil die Saaten jetzt schneller keimen. Bevor ich das Beet betrete, lege ich dort, wo ich arbeiten will, 2 lange Bretter aus. Dann wird die Erde gelockert und feinkrümelig zerkleinert. Dazu benutze ich eine Doppelhacke und eine Harke. Schließlich ziehe ich mit der Hacke eine breite Rille, lege die Samen hinein und harke sie zu. Je größer die Samen sind, desto tiefer muss die Rille sein. Das heißt in der Praxis, dass in den meisten Fällen oberflächlich gesät wird. Ich habe das jahrelang falsch gemacht und musste es auch erst lernen. Sät man zu tief, gehen die Samen schlechter auf.

In die Reihe 1 kommt Pflücksalat und dazwischen einzelne Frührettichsamen, in Reihe 2 Brokkoli und dann alle Gemüse wie im Anbauplan beschrieben (siehe hier). Zwischen alle Reihen wird Spinat gesät, der schnell aufläuft und dadurch später den gekeimten Pflänzchen in den Reihen Schutz bietet. Ein Teil davon wird im April und Mai für die Küche verwendet, der Rest abgehackt. Er verrottet schnell und und dient den Nachbarpflanzen als Gründüngung. Eine besondere Vorbereitung brauchen die Karottenreihen. Der schwere Lehmboden bei uns in Wurmberg ist eigentlich schlecht für den Karottenanbau geeignet. Deshalb schüttte ich einen kleinen Eimer Sand auf die Reihe und arbeite ihn tief ein. Dann erst wird oberflächlich eingesät, und zwar zusammen mit Radieschen und manchmal auch mit Dill. Bewährt hat sich die Sorte “Rodelika”. Erwähnt werden müssen auch noch die Kartoffelreihen. Dafür hebe ich mit dem Spaten einen kleinen Graben von ca. 20 cm Tiefe aus. Dahinein werden die Pflanzkartoffeln (nur früheste Sorten) in Abständen von ca. 15 cm gelegt und wieder mit Erde zugedeckt. Die im Anbauplan aufgeführten Steckzwiebelreihen habe ich schon im Winter gesteckt und muss dort nichts mehr tun. Auch die Gründüngung mit Gelbsenf  als Vorkultur für die Tomaten ist ausgebracht.

Nach der Einsaat aller Reihen habe ich ein Vlies über alles gebreitet und mit Stangen und Steinen fixiert. Dies mache ich erst seit 4 Jahren, und es hat sich sehr bewährt. Urspünglicher Anlass waren die Katzen aus unserer Nachbarschaft. Sie haben sich plötzlich für den weichen offenen Boden interessiert und wollten dort ihr Geschäft verrichten. Durch das Vlies wird solches Ansinnen wirksam verhindert. Es hat auch noch andere Vorteile: Es hält nämlich die Kälte im Frühjahr ab, so dass die Samen schneller keimen und die jungen Pflänzchen besser wachsen. Außerdem können Amseln und Drosseln nicht die Erbsen aus der Erde picken. Wann man mit den Aussaaten im Frühjahr beginnt, ist letzlich Ansichtssache. Ob Anfang März oder Anfang April, so riesig groß ist der Unterschied normalerweise gar nicht. Allerdings bringt beides, früh einsäen und dann mit Vlies abdecken, schon eine deutlich früheres Wachstum. Der Vorsprung ist vergleichbar mit dem eines Frühbeetkastens.

Bild 1

Die Samen von Paprika, Auberginen und Fleischtomaten sind inzwischen gekeimt und groß genug, dass sie pikiert werden können. Viele Gemüsekeimlinge entwickeln sehr schnell lange Pfahlwurzeln und wachsen dann zu rasch in die Länge. Um dies zu korrigieren, pikiere ich sie: Die kleine Pflanze wird also mit einem Bleistift vorsichtig aus der Erde geholt (Bild 1) und die Wurzel gekürzt. Ich tue dies, indem ich sie mit dem Fingernagel abknipse (Bild 2 und Bild 3).

Bild 2

Dann setze ich die Pflänzchen einzeln möglichst tief in kleine Töpfchen (Erdmischung: 1 Teil Blumenerde + 1 Teil Sand) und stelle sie wieder ans Fenster. Sie müssen jetzt nur noch gelegentlich gegossen werden.
Als nächstes säe ich Kohlrabi, Brokkoli, die Frühkohlsorten und Sellerie und verfahre damit auf dieselbe Weise, nachdem sie gekeimt sind.

Fleischtomaten sind die einzige Tomatensorte, von denen ich immer 3 – 4 im Gewächshaus züchte, weil sie dort früher reifen.

Bild 3

Ich kann sie bereits vor den Eisheiligen im Mai ins Gewächshaus umpflanzen, sobald sie 30 – 40 cm hoch sind, während die Freilandtomaten noch warten müssen.

Die wichtigsten Arbeiten sind nun erst einmal getan, und ich kann mich zurücklehnen, abwarten und mich an den Schneeglöckchen, Krokussen und Christrosen in der Staudenrabatte freuen.