11 Aug

Hochsommer




Unser Musterbeet jetzt im August, Anbauplan siehe hier!

Die große Hitze ist erst einmal vorbei. In der letzten Woche hat es mehrmals ausgiebig geregnet, so dass das Gemüse wahrscheinlich bis zum frühen Herbst nicht mehr gegossen werden muss. Eine große Frage für weniger erfahrene Hobbygärtner ist, wie oft und wie lange man bei Trockenperioden wässern muss, damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen. Allgemein ist dazu zu sagen, dass in den meisten Gärten viel zu viel gegossen wird. Wenn man dies aus dem Bauch heraus entscheidet, kann das viel unnötige Arbeit kosten. Wer in kurzen Abständen immer wieder wässert, hindert die Pflanzen daran, lange Wurzeln zu bilden und sich ihr Wasser aus den tieferen Erdschichten zu holen. Unser Mulchen reduziert zusätzlich das Verdunsten. Wer unsicher ist, sticht am besten eine kleine Schaufel oder einen Spaten in die Erde und prüft, wie feucht der Boden noch ist. Bereits nach kurzer Zeit lernt man so zu beurteilen, wann die Gemüse Wasser brauchen. Nach dem Wässern wiederholt man die Probe, um zu sehen, wie tief das Wasser in den Boden eingedrungen ist. Weniger als 15 cm tief heißt, dass es nicht ausgereicht hat.

Was die Ernte betrifft, so können alle Gemüse geerntet werden, die auch schon Ende Juli reif waren. Der Römersalat und der Knollenfenchel allerdings haben angefangen zu schießen und mussten aufgebraucht werden. Geschossenen Kopfsalat muss man nicht wegwerfen. Wir haben aus Strunk und Blätter eine Salatsuppe gemacht (Rezept siehe hier!).

Noch ein Wort zu den Tomaten: Die Tomatenernte ist jetzt im vollen Gange. Wenn alle Früchte des untersten Fruchtstandes abgeerntet sind, schneide ich den leeren Strunk ab ebenso wie alle Blätter unterhalb und biete so der Braunfäule wenig Angriffsfläche. Letztere wird durch einen Pilz im Boden verursacht, der zuerst die unteren Blätter befällt, und zwar dadurch, dass die Sporen mit Regentropfen vom Boden hochspritzen. Mitte August sollte man auch den Spitzentrieb abschneiden, weil die Früchte aus den Blüten, die jetzt noch entstehen, bis zum Herbst nicht mehr ausreifen können. Tomaten (mit Ausnahme vom Buschtomaten) müssen immer gestützt werden, um Halt zu finden. Die gängigen Spiralstäbe, die ich auch benutze, haben den Vorteil, dass man die Pflanzen nicht festbinden muss. Nachteilig ist jedoch, dass sich der Stab bei Wind verbiegt. Deshalb habe ich die Stäbe früher mit Stöcken und Bindfäden festgebunden. Dies hat aber den Zugang zum Beet erschwert. Wie auf dem Foto zu sehen ist, habe ich in diesen Jahr zusätzlich einen Eisenstab in den Boden geschlagen und ihn mit Draht am Spiralstab befestigt. Dadurch ist das Problem gelöst.

Zwei Dinge sind übrigens im August noch zu erledigen: Die restliche Brennnesseljauche (falls noch vorhanden) für die Düngung des Spätkohls sollte jetzt verbraucht werden. Später können die Pflanzen sie nicht mehr nutzen. Außerdem muss jetzt der Feldsalat für die Winterernte gesät werden. Sät man ihn im September, wird er in der Regel erst von Februar bis März groß genug für die Ernte, was allerdings auch in Ordnung ist, wenn man das so beabsichtigt. Das Auskeimen lässt sich durch ein über die Saat gebreitetes Tuch optimieren, dass gleichmäßig feucht gehalten wird, bis die kleinen Pflänzchen sichtbar werden. Danach entfernt man das Tuch, weil die Pflanzen nun Licht brauchen.

Weitere wichtige Anbaudetails zu den einzelnen Gemüsen sind hier und Kochrezepte hier zu finden!