30 Apr

Alles neu macht der Mai

Schon das Sprichwort sagt: “Alles neu macht der Mai!”. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die wichtigsten Einsaaten und Pflanzungen für die Sommersaison im Mai durchgeführt werden. Wie auch schon im letzten Jahr ist das Wachstum im Gemüsegarten wegen des warmen Aprils ca. 2 Wochen weiter als im langjährigen Mittel.

Ein markanter Wendepunkt im Gartenjahr wird durch die Eisheiligen markiert. Sie stellen den tatendurstigen Gärtner jedes Jahr auf eine harte Geduldsprobe. Nach dem Kalender sind sie vom 11. bis 15. Mai, und die statistische Auswertung von langjährigen Messungen hat gezeigt, dass von da an die Wahrscheinlichkeit von Nachtfrösten extrem gering wird. Auch wenn das Wetter vorher warm und sonnig ist, kann Kaltluftzustrom aus dem Norden noch bis Mitte Mai zu nächtlichen Frosteinbrüchen führen, die frostempfindlichen Pflanzen schaden.

In den nächsten Tagen ist einiges zu tun. Der Spinat zwischen den Reihen ist jetzt groß genug und kann Zug um Zug geerntet werden. Dazu schneide ich ihn direkt über den Wurzeln ab und verwende die Blätter in der Küche (Rezepte siehe hier!). Der Rest wird blanchiert und eingefroren. Danach hacke ich die Wurzeln ab. Auch den Gelbsenf, den ich als Vorkultur für Kohl und Tomaten gesät habe, werde ich demnächst abhacken und ihn auf der Fläche verrotten lassen. Die Bedeutung von Spinat und Gelbsenf in unserer Mischkultur ist auch im Kapitel Bodenpflege beschrieben (siehe hier!). Dann decke ich die Fläche zwischen den Reihen Zug um Zug mit ungesiebtem Schnellkompost aus den Thermokompostern ab.

Als nächstes nehme ich mir Reihe für Reihe vor für die anschließenden Arbeiten (siehe auch den Anbauplan im Kapitel Gemüsemischkultur: Viel Ertrag auf kleiner Fläche). Als erstes habe ich den vorgezogenen Brokkoli eingepflanzt. Falls es in den Reihen für Lauchzwiebeln, Pastinaken und Lauch große Lücken gibt, muss nachgesät werden. Die Zuckerschoten sind jetzt ca. 20 cm hoch. Sie sind bereits angehäufelt worden und haben Rankhilfen bekommen. Die Radieschen in den Karottenreihen können wir bei entsprechender Größe schon ernten. Wenn sie zu lange im Beet bleiben, platzen und schießen sie. Hat man zu viele reife Radieschen auf einmal und kann sie nicht alle verwenden, so gibt es die Möglichkeit, daraus eine Cremesuppe zu kochen. Das Grün lässt sich für die Suppe mitverwenden. Als Rezept nehmen wir das der Rettichsuppe (siehe hier!). Wenn die Radieschen geerntet sind, müssen die Karotten auf Abstände von ca. 10 cm verzogen werden, d.h. zu eng stehende Pflänzchen werden herausgezogen. Falls es größere Lücken in der Reihe gibt, müssen wir nachsäen. Auch die dicken Bohnen werden angehäufelt, damit sie einen besseren Stand haben. Wenn sie ca. 40 cm hoch sind, sichere ich sie zusätzlich mit Stöcken und einer Schnur, die verhindert, dass sie bei starkem Wind umfallen. Die Frühkartoffeln werden ebenfalls angehäufelt. Sie fallen dann nicht auseinander und setzen mehr Knollen an. Zuletzt werde ich den Spätkohl an einer freien Stelle außerhalb des Beetes direkt ins Freie aussäen. Im Einzelnen sind dies Wirsing, Rotkohl, Blumenkohl und Rosenkohl. Weil nur wenige Kohlpflanzen in unserem Beet Platz haben, sind auch nur wenige Samen erforderlich.

Jetzt ist es auch Zeit, Brennesseljauche anzusetzen. Diese benötige ich, wenn ich nach den Eisheiligen die vorgezogenen Tomaten und den vorgezogenen Frühkohl pflanze. Nur die Starkzehrer im Beet benötigen diese zusätzliche Düngung. Brennesseljauche ist deshalb zu empfehlen, weil sie viel Stickstoff und Mineralien enthält, und weil die Düngewirkung schnell eintritt. Für die Herstellung legen wir abgeschnittene Brennnesseln in einen großen Kübel, bis er voll ist. Dann füllen wir ihn mit Wasser auf. Wenn ich Schachtelhalm im Garten finde, gebe ich ihn dazu. Das Verhältnis soll ca. 10 l Wasser auf 1 kg Brennnesseln betragen. Wer den Jauchengeruch nicht mag, gibt eine Handvoll Gesteinsmehl oder 2 Hände voll Schafgarbe mit hinein. Dann Behälter schließen, gelegentlich umrühren und das Gemisch mindestens zwei Wochen ziehen lassen.

Weitere Details zum Anbau der genannten Gemüsearten finden sich hier!

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