{"id":8002,"date":"2019-08-18T21:52:25","date_gmt":"2019-08-18T19:52:25","guid":{"rendered":"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/?page_id=8002"},"modified":"2020-09-04T18:49:04","modified_gmt":"2020-09-04T16:49:04","slug":"kirschen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/kirschen\/","title":{"rendered":"&#8211; Kirschen"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><a href=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kirschbl\u00fcten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8867 alignright\" src=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kirschbl\u00fcten-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kirschbl\u00fcten-300x300.jpg 300w, https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kirschbl\u00fcten-150x150.jpg 150w, https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kirschbl\u00fcten-768x768.jpg 768w, https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kirschbl\u00fcten-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kirschbl\u00fcten.jpg 1608w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Historie:<\/strong> Kirschen geh\u00f6ren wie die meisten Obstarten botanisch gesehen zur Familie der Rosengew\u00e4chse. Zu unterscheiden sind die Kulturformen von den Wild- und Zierkirschen. Unsere hiesige Wildform ist die Vogelkirsche, die besonders in Mischw\u00e4ldern und Wildhecken vorkommt. Durch V\u00f6gel, die die Fr\u00fcchte fressen und sp\u00e4ter die Kerne ausscheiden, werden die B\u00e4ume weiter verbreitet. Die Kulturkirschen werden in S\u00fc\u00df- und Sauerkirschen unterteilt. Vorl\u00e4ufer unserer S\u00fc\u00dfkirschen stammen urspr\u00fcnglich aus Kleinasien und sind dort bereits im 1. Jahrhundert vor Christus aus Wildformen gez\u00fcchtet worden. \u00dcber Griechenland gelangten sie dann nach Italien, und die R\u00f6mer haben sie im \u00fcbrigen Europa weiter verbreitet. Im Gegensatz zu den S\u00fc\u00dfkirschen ist die Herkunft der Sauerkirschen unklar. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie allotetraploid sind, also einen doppelten Chromosomensatz besitzen. Die H\u00e4lfte der Chromosomen stammt m\u00f6glicherweise von der Vogelkirsche ab.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sorten:<\/strong> Die meisten Kirschsorten sind nicht selbstfruchtbar, d.h. sie brauchen mindestens einen weiteren Kirschbaum in der N\u00e4he, der sie befruchten kann. Darauf ist beim Kauf zu achten. Eine Alternative kann eine selbstfruchtbare Sorte sein. Kulturkirschen werden grob in S\u00fc\u00df- und Sauerkirschen eingeteilt. Beide Arten unterscheiden sich in mancherlei Hinsicht. W\u00e4hrend S\u00fc\u00dfkirschen haupts\u00e4chlich als Tafelobst f\u00fcr den Frischverzehr Verwendung finden, werden Sauerkirschen in der Regel eingeweckt oder zu Marmelade, Torten, Desserts und Br\u00e4nden weiter verarbeitet. <em>S\u00fc\u00dfkirschen<\/em> gliedern sich wiederum in Herz- und Knorpelkirschen. Herzkirschen haben weiches, Knorpelkirschen festes Fruchtfleisch. Wie bei \u00c4pfeln und Birnen gibt es auch bei S\u00fc\u00dfkirschen fr\u00fche und sp\u00e4te Sorten <a href=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/aktivitaeten\/\">(siehe auch Obstbaum-Sortenliste)<\/a>. Die Einteilung nach der Reifezeit wird seit altersher nach Kirschwochen (KW) vorgenommen, wobei eine Kirschwoche (auf den ersten Blick verwirrend) einen Zeitraum von 15 Tagen umfasst. Die fr\u00fchesten Sorten werden in der 1. Kirschwoche reif, die sp\u00e4testen in der 9. Kirschwoche. Eine bei uns bekannte fr\u00fche Sorte der 2. KW ist z.B. &#8222;Burlat&#8220;, ein ehemaliger Zufallss\u00e4mling aus Frankreich. Dies entspricht dem 16. &#8211; 31. Mai. Sie hat den Vorteil, dass sie wegen der fr\u00fchen Reifezeit noch nicht von der Kirschenfruchtfliege befallen wird. Die bei uns sp\u00e4teste empfehlenswerte S\u00fc\u00dfkirsche ist &#8222;Sunburst&#8220;, eine selbstfruchtbare Sorte aus Kanada. Sie wird in der 8. KW reif, also vom 16. &#8211; 31. August. Dazwischen liegen die Sorten &#8222;Kordia&#8220; (6. KW) und &#8222;Regina&#8220; (7. KW). Bei den <em>Sauerkirschen<\/em> ist vor allem die Sorte &#8222;Achat&#8220; (6. KW) zu nennen, eine neuere Sorte, die gro\u00dffr\u00fcchtig, ungew\u00f6hnlich s\u00fc\u00df und daher auch f\u00fcr den Frischverzehr geeignet ist. Auf einer entsprechenden Unterlage veredelt (siehe unten) kann sie auch f\u00fcr den Haus- und Kleingarten empfohlen werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pflege, Ernte und Lagerung: <\/strong>S\u00fc\u00dfkirschen wachsen ausladend und k\u00f6nnen bis 20 m hoch werden, Sauerkirschen nur bis\u00a0 5 m. Unveredelt sind sie nur f\u00fcr Streuobstwiesen zu empfehlen. Wie andere Obstb\u00e4ume auch m\u00fcssen sie geschnitten werden, um ihre sortentypischen Eigenschaften zu erhalten. Unterbleiben diese Ma\u00dfnahmen, nehmen Ertrag und Fruchtqualit\u00e4t fr\u00fchzeitig ab. Bei ihnen greift dasselbe Prinzip wie bei Apfel- und Birnb\u00e4umen (<a href=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/obstbaumschnitt\/\">siehe Obstbaumschnitt<\/a>!).<a href=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/kirschenernte-in-wurmberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8351 size-large\" src=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/kirschenernte-in-wurmberg-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/kirschenernte-in-wurmberg-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/kirschenernte-in-wurmberg-300x169.jpg 300w, https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/kirschenernte-in-wurmberg-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a> Allerdings schneidet man Kirschb\u00e4ume direkt bei der Ernte. Die Schnittwunden heilen dann schnell ab, und die Kirschen lassen sich einfacher pfl\u00fccken, wenn die Triebe gleich mit den Fr\u00fcchten abgeschnitten werden. Dieser Sommerschnitt gilt besonders f\u00fcr Sauerkirschen, die nur am letztj\u00e4hrigen Holz fruchten. Freizeitg\u00e4rtner sollten sich bei einer Neupflanzung f\u00fcr den Hausgarten dazu entscheiden, einen Kirschbaum zu w\u00e4hlen, der auf schwach wachsender Unterlage veredelt ist. Seit rund 20 Jahren geh\u00f6rt z.B. &#8222;GiSelA 5&#8220; zu den Standard-Unterlagen, die auch viel im Erwerbsobstbau genutzt wird. Solche Kirschb\u00e4ume werden als Spindeln mit geringer Wuchsh\u00f6he erzogen, die nur wenig Fl\u00e4che im Garten brauchen und sich bequem ohne Leiter ernten lassen (<a href=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/obstbaumschnitt\/\">siehe Obstbaumschnitt, Schnitt von Spindelb\u00e4umen!<\/a>). W\u00e4chst der Mitteltrieb zu stark, kann man ihn auf 2,5 m ableiten. Nach der Ernte m\u00fcssen die Fr\u00fcchte innerhalb von wenigen Tagen frisch verzehrt werden. Eine l\u00e4ngere Lagerung ist nicht m\u00f6glich. Sie k\u00f6nnen aber eingefroren, eingeweckt oder zu Marmelade, Desserts oder Spirituosen weiter verarbeitet werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sch\u00e4dlinge und Krankheiten:<\/strong> Ein Sch\u00e4dling, der in unserer Region praktisch obligatorisch bei Kirschb\u00e4umen vorkommt, ist die <em>Kirschfruchtfliege<\/em>. Sie legt ihre Eier auf den unreifen gelben Kirschen ab. Daraus entwickeln sich Maden, die sich in die reifen Fr\u00fcchte bohren. Gelbfallen sind in diesem Fall nur m\u00e4\u00dfig erfolgreich. Als sehr effektiv gegen die Kirschenfruchtfliege haben sich engmaschige Netze erwiesen. Sie sind nur bei Spindelb\u00e4umen praktikabel, beugen aber auch dem Vogelfra\u00df vor. Ein weiterer Ausweg aus dem Dilemma ist auch die Wahl einer fr\u00fchen Sorte, z.B. Burlat, weil fr\u00fch reifende Kirschen bis zur 3. KW noch nicht von der Kirschfruchtfliege befallen werden. Die wichtigste Krankheit bei Kirschen ist die von einem Pilz verursachte <em>Monilia-Spitzend\u00fcrre.<\/em> Zuerst werden die Bl\u00fcten braun, dann sterben die befallenen Triebenden ab. Monilia kommt\u00a0 im Prinzip bei allen Obstarten vor. Manche alten Sauerkirschsorten sind jedoch besonders betroffen, z.B. die Schattenmorelle. Die wichtigste Ma\u00dfnahme zur Bek\u00e4mpfung ist ein rechtzeitiger R\u00fcckschnitt der befallenen Triebe ca. 20 cm ins gesunde Holz. Bei der Neupflanzung eines Sauerkirschbaums sollte darauf geachtet werden, dass eine gegen Monilia widerstandsf\u00e4hige Sorte gew\u00e4hlt wird, z.B. Achat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rezepte<\/strong> mit Kirschen <a href=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/kirschenrezepte\/\">siehe hier!<\/a><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p><a href=\"https:\/\/ogv-wurmberg.de\/cms\/steinobst\/\">zur\u00fcck!<\/a><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historie: Kirschen geh\u00f6ren wie die meisten Obstarten botanisch gesehen zur Familie der Rosengew\u00e4chse. Zu unterscheiden sind die Kulturformen von den Wild- und Zierkirschen. Unsere hiesige Wildform ist die Vogelkirsche, die besonders in Mischw\u00e4ldern und Wildhecken vorkommt. Durch V\u00f6gel, die die Fr\u00fcchte fressen und sp\u00e4ter die Kerne ausscheiden, werden die B\u00e4ume weiter verbreitet. 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