06 Nov

Anfang November

Jetzt im Spätherbst können wir schon eine erste Jahresbilanz ziehen. Im gesamten Jahr war es wieder ungewöhnlich warm. Für die mediterranen Gemüse wie Auberginen, Tomaten und Paprika hat uns dies wieder eine sehr gute Ernte eingebracht. Auch jetzt Anfang November ist es immer noch wärmer und sonniger als in früheren Jahren. Deshalb erwarten wir auch beim Herbst- und Wintergemüse einen hohen Ertrag. Unsere Wetterbeobachtungen konzentrieren sich in der nun folgenden Zeit auf die ersten Nachtfröste, die bei uns allerdings zur Zeit noch nicht in Sicht sind. Trotz des schönen Wetters hat inzwischen der Laubfall eingesetzt, weil das Signal für die Bäume und Sträucher, ihr Laub abzuwerfen, nicht nur die fallenden Temperaturen sind sondern auch die kürzer werdenden Tage. Das Laub muss nur auf den Wegen und dem Rasen entfernt und kompostiert werden; auf den Gemüsebeeten und den Blumenrabatten kann es liegenbleiben. Bis zum Frühjahr ist es kompostiert und dient als Düngung für die dort wachsenden Pflanzen. Besonders im Herbst fällt im Garten viel Schnittgut an, das gut zum Kompostieren geeignet ist. Verholzte Anteile sollten vorher gehäckselt werden. Bewährt haben sich meine beiden Thermokomposter, deren Inhalt sich im Inneren bedingt durch die Außendämmung besonders gut und lange erhitzt. Kompostierung des Schnittguts macht weniger Arbeit, als es zum Häckselplatz zu bringen, und man gewinnt kostenlos wertvollen Dünger für das nächste Jahr (Details zur Kompostierung siehe hier!).

Mit Mulch abgedeckter Lauch

Von der Lauchreihe habe ich vor 2 Woche das Schutznetz gegen Lauchfliegen abgenommen, weil inzwischen nicht mehr mit einem Befall zu rechnen ist. Um die Stangen zu bleichen, werden die Pflanzen möglichst hoch zugemulcht.

Im Freien können wir jetzt Karotten, Steckrüben, Winterrettich, Radicchio, Endivien, Feldsalat, Mangold, Sellerie, Blumenkohl und Kohlrabi ernten, außerdem den ersten Lauch, Rosenkohl und Grünkohl. Aus dem Gewächshaus sind die letzten ausgereiften Fleischtomaten verbraucht worden. Die Pflanzenreste habe ich gehäckselt und auf die Standorte zurückgelegt, damit sie dort kompostieren.

 

28 Okt

Herbsternte

Unser Musterbeet Ende Oktober, Reihe 6 – 15, Anbauplan (siehe hier!)

Unser Musterbeet Ende Oktober Reihe 4 – 15

Reihe 1:  Der Pflücksalat ist abgeerntet. Die Reihe habe ich mit Mulch bedeckt.

Reihe 2: Auch die Erbsen sind schon aufgenommen, und die Reihe ist zugemulcht.

Reihe 3: Von den Lauchzwiebeln sind nur wenige übrig geblieben. Wenn der Rest auch verbraucht ist, werden wir den Lauch von Reihe 7 nach Bedarf in der Küche verwenden.

Reihe 4: Hier wächst Spätkohl, und zwar Rosenkohl, Wirsing und Blumenkohl. Der Rosenkohl und der Wirsing könnte schon geerntet werden. Ich werde aber noch abwarten, weil wir zur Zeit noch viel anderes Gemüse haben.

Reihe 5: Die meisten Karotten sind verbraucht. Die restlichen ernte ich nach Bedarf.

Reihe 6: Erst vor drei Tagen habe ich alle Tomaten abgeerntet, Stiele und Grün gehäckselt und in den Kompost gegeben. Aufgrund des warmen und sonnigen Wetters sind immer noch einzelne Früchte reif geworden. Jetzt steht nur noch der Winterrettich in der Reihe. Ein paar Knollen sind so groß wie Äpfel, also reif zum Ernten. Der Rest kann weiter wachsen.

Reihe 7: Das feinmaschige Netz über dem Lauch ist bereits entfernt, weil Ende Oktober nicht mehr mit einer Eiablage der Lauchmotte zu rechnen ist. Die Lauchschäfte werde ich in der nächsten Zeit möglichst hoch zumulchen, um sie zu bleichen und später im Winter vor Frost zu schützen.

Reihe 8: Der Zuckerhut ist in diesem Jahr wegen des langen warmen Wetters früh reif. Deshalb haben wir die Hälfte schon verbraucht.

Reihe 9: Auch die Pastinaken sind teilweise groß genug, um etwas daraus zu kochen. Trostdem lasse ich sie stehen, weil sie frostresistent sind und frisches Gemüse im Spätwinter rarer wird. Sie können bis Ende Februar geerntet werden.

Reihe 10: Auch in dieser Reihe sind die Tomaten abgeerntet. Zurück geblieben sind die Steckrüben. Ähnlich wie beim Winterrettich sind auch hier einige Exemplare groß genug.

Reihe 11: Der Mangold ist inzwischen mehrmals gerntet worden und schon wieder nachgewachsen.

Reihe 12: Auch hier wächst Spätkohl wie in Reihe 4. Der Rosenkohl könnte schon geerntet werden. Der Blumenkohl ist bereits verbraucht, und Wirsing und Rotkohl sind noch nicht so weit.

Reihe 13: Karotten. Siehe Reihe5!.

Reihe 14: Siehe Reihe 10!

Reihe 15: Der erste Radicchiokopf des Jahres ist geerntet, der Römersalat bereits ganz verbraucht. Das liegt auch daran, dass er kleinere Köpfe gebildet hat als im letzten Sommer und Herbst, wohl eine Folge des Wetters.

Reihe 16: Auch die Buschbohnen sind verbraucht, teilweise auch eingefroren und die Reihe ist mit den Stielen und Blattresten zugemulcht.

Zwischen Reihe 15 und 16 habe ich gerade Wintersteckzwiebeln gepflanzt und mit nur wenig Mulch bedeckt. Sie werden erst im Frühjahr keimen und wachsen und bilden dann im nächsten Jahr nach unserem System der rollierenden Mischkultur die neue Reihe 15 (siehe Mischkultur: Viel Ertrag auf kleiner Fläche).

Reihe 17: Karotten. Siehe Reihe 5 und 13!

Reihe 18: Auch hier sind die Tomaten abgerntet wie in den anderen Tomatenreihen. Nur der Sellerie ist noch übrig geblieben.

Reihe 19: Karotten. Siehe Reihe 5, 13 und 17!

Reihe 20: Dem Chinakohl ergeht es ähnlich wie dem Zuckerhut. Die meisten Köpfe waren früher reif als angenommen und mussten verbraucht werden, bevor sie zu faulen beginnen.

Reihe 21: Radicchio und Römersalat siehe Reihe 15!

15 Sep

Herbstgenüsse

Reifer Kohlrabi im September

Jetzt im September und Oktober ist die richtige Zeit, Knoblauch für die nächste Sommerernte zu pflanzen. Kaufen kann man die Knollen in Gärtnereien, die auch Zwiebeln von Tulpen und Narzissen anbieten. Es hat sich bewährt, sie in die Lücken zwischen den Erdbeerpflanzen zu stecken. Man braucht dann keine eigene Beetreihe dafür zu opfern. Vorher müssen wir die Knollen auseinander brechen. Dann graben wir ca. 6 cm tiefe Löcher, setzen die Zehen mit der Spitze nach oben hinein und schaufeln Erde darüber. Sie keimen zwar noch in diesem Jahr, stellen das Wachstum im Winter aber ein. Erst im Frühjahr beginnen die Zehen Knollen auszubilden.

Den Pflücksalat in der ersten Reihe haben wir inzwischen verbraucht. Auch die Erbsen sind geerntet und aufgenommen worden. Die Reihe muss ich jetzt noch gut durchhacken. Danach will ich versuchsweise noch Feldsalat und Radieschen einsäen. Wenn der Herbst weiter wärmer wie üblich bleibt, werden sie wahrscheinlich noch erntereif. In der Lauchzwiebelreihe gab es noch einige Pflänzchen, die so eng gestanden haben, dass sie nicht weiter gewachsen sind. Ich habe sie auf Abstände von 10 cm in Doppelreihe verzogen. Bis zum Spätherbst werden sie dick genug sein, um geerntet werden zu können.

Mitte September: Rosenkohl wird entspitzt

Der übrige Feldsalat, den ich bereits gesät hatte, ist an den meisten Stellen gut gekeimt. In die Lücken habe ich einige Samenkörner nachgesät. Von den Herbstsalaten sind jetzt der letzte Römersalat und der erste Zuckerhut reif geworden, während der Radicchio noch größere Köpfe bilden muss. Ein geniales saisonales Rezept ist die Zuckerhut-Lasagne, auf die wir uns in jedem Herbst von neuem freuen (siehe hier!).

Von den Mitte Mai gesäten und später in die Reihe gepflanzten Spätkohlarten wird zur Zeit als erstes der Kohlrabi reif und kann sukzessive geerntet werden. Er steht in der Reihe im Wechsel mit anderen Kohlarten und Sellerie. Indem der Kohlrabi geerntet wird, macht er Platz für die anderen Kohlpflanzen, die bis zum Spätherbst einen großen Abstand zu ihren Nachbarn brauchen. Den Rosenkohl habe ich entspitzt, wie neulich beschrieben.

26 Jul

Ferienbeginn

Mit neuen Rekordtemparaturen hat uns die zweite Hitzewelle in diesem Jahr fest im Griff. Nach Prüfen der Bodenfeuchtigkeit in unserem Musterbeet habe ich mich gestern morgen entschlossen zu wässern, und zwar indem ich das Wasser aus dem Schlauch in hartem Strahl zwischen die Reihen durch den Mulch hindurch gespritzt habe (weitere wichtige Tips zum Gießen siehe hier!).

Unser Gemüse braucht keine tägliche Pflege, so wie Haustiere dies erfordern. Im Sommer können wir unbesorgt eine  Woche (je nach Wetterlage auch 2 Wochen) in Urlaub gehen, ohne das es Schaden nimmt. Die Mulchdecke hält die Feuchtigkeit lange im Boden. Während der Abwesenheit wird nur viel Gemüse reif, das dann auf einmal verarbeitet werden muss. Als wir letzte Woche zurück kamen, gab es vor allem viele Tomaten und Gurken, die wir ernten mussten. Die meisten Tomaten haben wir zu Tomatensoße verarbeitet (Rezept siehe hier!), die Gurken wurden eingelegt (siehe hier!).

Aus dem Beet ernten wir zur Zeit: Lauchzwiebeln, Karotten, Tomaten, Mangold und Knollenfenchel. Auch ein Teil unserer Frühkartoffeln sind noch im Lager.

Fleischtomaten, Auberginen, Paprika und Gurken wachsen bei uns im Gewächshaus und werden Zug um Zug ebenfalls reif für die Ernte. Details zum Anbau aller Gemüsearten sind im Kapitel “Gemüse in Einzelportraits” dargestellt (siehe hier!). Ein geniales mediterranes Gericht ist die Auberginenpfanne mit Schmorgemüse und Lammkarree (siehe Foto). Das Rezept ist hier! zu finden. Dazu können wir die Gemüse aus dem Gewächshaus gut verwenden.

15 Jul

Sommerzeit ist Haupterntezeit

Mit dem Juli beginnt die 2. Jahreshälfte. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den aktuellen Stand des Gemüseanbaus in unserem Musterbeet der Reihe nach zusammenzufassen.

Unser Musterbeet nach Anbauplan Mitte Juli (Reihe 1 -16)

Siehe dazu auch unseren Anbauplan hier! Seite nach unten scrollen!

Reihe 1: Hier habe ich die Pflücksalatmischung “Baby-Leaf” gesät und dazwischen Rettich. Der Rettich ist komplett verbraucht, der Pflücksalat schon mehrmals geschnitten und für Salate benutzt worden.

Reihe 2: Die Brokkolireihe ist abgeerntet. Jetzt habe ich Erbsen gesät, die gerade gekeimt sind.

Reihe 3: Die Lauchzwiebeln sind bleistift- bis daumendick. Die größeren können also bei Bedarf in der Küche verwendet werden. Erst im Herbst werden alle verbraucht sein.

Reihe 4: Die Zuckerschoten sind längst aufgenommen und verwertet. An ihrer Stelle habe ich vorgezogenen Spätkohl gepflanzt.

Reihe 5: Die Karotten sind gut geworden. Nur die größten suchen wir bei Bedarf aus und ernten sie. Die kleinen dürfen weiter wachsen.

Reihe 6: Die Freilandtomaten sind jetzt ca. 1,50 m groß und die ersten Früchte werden rot. Die Seitentriebe in den Blattachseln geizen wir weiter aus. Der dazwischen gesäte Winterrettich ist erst ca. 5 cm hoch und muß bald verzogen werden.

Reihe 7: Der noch dünne Lauch ist durch ein feinmaschiges Netz vor Lauchfliegen geschützt. Erst im Spätherbst und  Winter, wenn die Lauchzwiebeln verbraucht sind (siehe Reihe 3), wird er nach und nach geerntet.

Reihe 8: Die Frühkartoffeln habe ich Anfang Juli ausgegraben. Sie lagern jetzt im kühlen Keller und werden sukzessive verbraucht. Als Folgekultur ist Zuckerhut vorgesehen. Die kleinen Pflänzchen keimen gerade.

Reihe 9: Die Pastinaken haben mit ca. 50 cm bereits ihre volle Höhe erreicht aber bisher nur dünne Pfahlwurzeln ausgebildet, die bis zum Winter langsam an Dicke zunehmen.

Reihe 10: Für die Tomaten siehe Reihe 5! Als Zwischenkultur habe ich laut Plan Steckrüben vorgesehen, die leider schlecht gekeimt sind. Hinzu kam, dass die Amseln und Drosseln die wenigen gekeimten Pflänzchen zugescharrt haben. Deshalb habe die Reihe mit hochkant gesetzten Brettern eingerahmt und die Steckrüben nachgesät. Speziell diese beiden Vogelarten scharren gern im Mulch auf der Suche nach Würmern. Meist ist das kein Problem, nur bei frisch gekeimten Pflänzchen halt unerwünscht. Statt der Bretter kann man die Saat auch mit einem Netz schützen.

Reihe 11: Der Mangold ist schon wieder nachgewachsen. Einen Teil haben wir bereits für eine Mahlzeit verbraucht. In die Lücken dazwischen wurde Fenchel gesät.

Reihe 12: Nach der Ernte der dicken Bohnen nutze ich die Reihe jetzt für Spätkohl und Sellerie, der erst ab Oktober reif werden wird.

Reihe 13: Dies ist wieder eine Karottenreihe. Siehe dazu Reihe 5:

Reihe 14: Die Reihe ist wieder mit Tomaten bepflanzt. Dazwischen sind Steckrüben gesät, die zur Zeit ca. 5 cm hoch sind.

Reihe 15. Die Winterzwiebeln hängen bereits im Schuppen um zu trocknen. Nach der Zwiebelernte sind hier vor 2 Wochen Radicchio und Römersalat gesät worden.

Reihe 16: Vom Frühkohl ist ein Weißkohl, ein Rotkohl und ein Blumenkohl übrig. Wenn beide geerntet sind, werde ich dort nach Plan Buschbohnen säen.

Reihe 17: Siehe Reihe 13 und 5!

Reihe 18: Zwischen den Tomaten ist hier Sellerie gepflanzt, der jetzt ca. 15 cm hoch ist.

Reihe 19: Karottenreihe. Wie in Reihe 5.

Reihe 20: Die Frühkartoffeln sind im Lager, der als Nachkultur gesäte Chinakohl  keimt gerade.

Reihe 21: Radicchio und Römersalat sind frisch gesät (siehe auch Reihe 15).

05 Jul

Sommer im Gewächshaus

Im unserem kleinen Anlehngewächshaus züchten wir im Sommer mehrere Fleischtomaten, Paprika, Auberginen, Gurken und Melonen.

Dazwischen haben wir 8 Basilikum-Tuffs gesetzt. Das Basilikum verbrauchen wir direkt in der Küche. Wenn die Sträucher zu hoch werden, schneiden wir sie eine Handbreit über dem Boden ab, verarbeiten die Blätter zu Pesto und frieren es ein. Nach einiger Zeit wachsen die Triebe nach und die Blätter lassen sich wieder ernten.

Gemüse aus dem Gewächshaus im Juli

Zusätzlich gibt es im Gewächshaus jetzt die ersten Paprika, Auberginen und Gurken zu ernten. Wer mit diesen Gemüsen eine gute Ernte erzielen will, muss ein wenig an Pflege investieren. Bei den Gurken sollten wir die Früchte, Blätter und Seitentriebe bis zu einer Höhe von 70 cm komplett abschneiden. Die übrigen Seitentriebe werden nach dem ersten Blütenstand entfernt. Ein geniales Frühsommergericht sind übrigens “Schmorgurken mit Kapernsoße”. Das Rezept ist hier zu finden.

Gurkenblatt mit Mehltau

Ein ärgerliches Problem im Gewächshaus ist der häufige Befall der Gemüse durch Schädlinge und Krankheiten, vor allem durch Läuse und Mehltau. Das liegt daran, dass die Luft dort heißer, feuchter und windstiller ist als im Freiland. Die natürliche Abwehr durch Regen und Wind fehlt. Hinzu kommt, dass Nützlinge dort seltener die befallenen Pflanzen finden. Um das Problem in den Griff zu bekommen, ist vor allem dafür zu sorgen, dass so gelüftet wird, dass eine gute Luftzirkulation entsteht, und zwar durch ausreichende Fensteröffnungen, ggf. auch durch einen Ventilator. Zusätzlich spritze ich die Gemüse nach dem Pflanzen vorbeugend mit Schachtelhalmbrühe und wiederhole dies jeweils im Abstand von ca. 2 – 3 Wochen. Nach mehreren Spritzungen müssen nur noch die neuen Blätter behandelt werden. Schachtelhalme enthalten sehr viel Kieselsäure, die auf Blätter gespritzt dazu führt, dass die oberste Zellschicht sich verdickt und damit weniger anfällig wird für Läuse- und Pilzbefall. Die Brühe ist gesundheitlich völlig unbedenklich, auch wenn sie auf reife Früchte gelangt. Auf 5 Liter Wasser kommen 500 g frische Schachtelhalme, dann 1 Tag stehen lassen, aufkochen, durchsieben und fertig zum Spritzen ist die Brühe. Faule Gärtner können auch einen Extrakt kaufen, der nur noch verdünnt werden muss. Man sollte allerdings wissen, dass die Brühe nicht mehr wirkt, wenn der Schaden (so wie oben auf dem Foto zu sehen) bereits eingetreten ist. Bei den Gurken kann man auch auf Sorten zurückgreifen, die widerstandsfähig gegen echten Mehltau sind, z.B. Arola und La Diva. Diese Sorten sind allerdings immer noch anfällig für Läuse und echten Mehltau.

24 Jun

Sommerbeginn

Während der meteorologische Sommerbeginn bereits am 1. Juni war, beginnt der astronomische Sommer erst am 21. Juni. Ein anderer Ausdruck dafür ist “Sommersonnenwende”. Dies weist darauf hin, dass an diesem Zeitpunkt Tag und Nacht gleich lang sind, und dass danach die Tage wieder kürzer werden. Bereits in prähistorischer Zeit konnte man diesen Tag mit Hilfe der Gestirne berechnen und hat ihn als Sommersonnenwende gefeiert. In Skandinavien ist er heute noch ein wichtiger Feiertag (Mitsommerfest). Auch für unseren Gemüsegarten ist es ein markanter Zeitpunkt, denn von da an kann man die Langtagspflanzen säen. Dies sind Gemüse, die in Blüte gehen, wenn sie zu früh angebaut werden. Dazu gehört die Gattung der Zichorien (z.B. Zuckerhut, Endiviensalat, Radicchio), außerdem Pak Choi, Chinakohl und Feldsalat. Erst vom Sommerbeginn an ist die richtige Zeit für die Saat. Ein weiterer wichtiger Zeitpunkt im Gartenjahr ist “Johanni”. Dies ist am 24. Juni. An diesem Tag endet die Spargelsaison, und auch Rharbarber sollte dann nicht mehr geerntet werden. Beide brauchen die folgende Zeit, um sich zu regenerieren und im nächsten Jahr wieder neu austreiben zu können.

Inzwischen ist es für diese Jahreszeit bereits  ungewöhnlich heiß geworden. Weil es in der letzten Zeit auch mehrfach ausgiebig geregnet hat, muss man man nur die frisch gekeimten und gepflanzten Gemüse gießen. Für alle anderen reicht die Feuchtigkeit dank des Mulchens im Boden noch aus.

Allgemein hat jetzt die Haupterntezeit begonnen. Sie wird bis Ende Oktober andauern. Die ersten Kohlrabi haben wir schon gegessen. Auch die Zuckerschoten sind schon geerntet. In die Reihe habe ich vorgezogenen Kohl für die späte Herbsternte gepflanzt und mit verdünnter Brennnessseljauche angegossen (Die Jauchendüngung sollte ungefähr alle drei Wochen bis August wiederholt werden). Danach habe ich das Zuckerschotengrün gehäckselt und wieder als Mulch zwischen die Kohlpflanzen gelegt. Es ist ein Prinzip der Mischkultur, den Boden nie offen liegen zu lassen. Ernten können wir jetzt auch die ersten Karotten, jungen Knoblauch, Zwiebeln, Mangold und Brokkoli. Näheres zu deren Anbau ist in der Rubrik “Gemüse in Einzelportraits” zu finden.

Dicke Bohnen nach der Ernte

Gestern habe ich auch die Dicken Bohnen geerntet. Dazu werden die Strünke direkt über dem Boden abgeschnitten. Die ergiebigen Regenschauer der letzten 2 Wochen hat die Läuse abgewaschen, so dass keine mehr zu sehen waren. Manchmal hilft sich die Natur selbst. Die aus den Schoten gedrückten Bohnenkerne haben wir dann kurz blanchiert. Einen Teil davon werden wir in den nächsten Tagen zubereiten. Der Rest wird eingefroren. Auch in die Bohnenreihe kommen jetzt vorgezogene Spätkohlpflanzen. Die Bohnenstrünke habe ich gehäckselt und wieder als Mulch in die Reihe gelegt. So gebe ich dem Boden einen großen Teil der Nährstoffe wieder zurück.

16 Jun

Zuckerschoten und Co.

Mulch zwischen einer Zwiebel-, Kartoffel- und Brokkolireihe

Inzwischen ist es richtig warm geworden bei gelegentlichen Schauern und Gewittern. Ich habe jetzt angefangen, Zug um Zug die 2. Mulchschicht auszubringen. Die 1. Schicht darunter wird bald zu Kompost verrotten. Als Argument gegen das Mulchen wird gelegentlich vorgebracht, dass Schnecken sich darunter gut verstecken können. Tatsache ist aber, dass ich sehr selten Fraßschäden am Gemüse habe. Sicher ist es für die Schnecken schwer, im Mulch größere Strecken zurückzulegen. Ich vermute auch, dass sie im Mulch genügend anderes zu fressen finden und deshalb nicht die Gemüse angreifen. Zwischen den Reihen, in denen ich arbeite, lege ich immer Bretter aus, um den Boden nicht zu verdichten.

Reife Zuckerschoten im Juni

Wenn diese länger liegen, sind darunter gelegentlich Schnecken zu finden, die ich dann absammeln kann. Um ein Einwandern von weiteren Schnecken zu verhindern, pflanze ich Ende Mai immer Tagetes als Umrandung des Gemüsebeetes. Die Blumen sehen schön aus und gehören außerdem zur Lieblingsspeise der Schnecken. Deshalb kann man sie dort leicht absammeln.

Erbsen, Zuckerschoten und die diversen Bohnenarten gehören zu den Leguminosen, einer Pflanzenfamilie, deren Mitglieder durch Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden anreichern. Sie spielen in unserem Mischkulturanbauplan eine wichtige Rolle.

Gemüseernte im Juni

Einmal sind sie delikate Gemüse, die Abwechselung in unseren Speiszettel bringen. Zweitens eignen sie sich aufgrund ihrer Stickstoffbindung sehr gut als Vorkultur für nachfolgende stark zehrende Gemüsearten. Hinzu kommt, dass die verottenden Wurzelreste die Bodenstruktur verbessern. Die Zuckerschoten sind zur Zeit reif und deshalb muss die Reihe jeden 2. Tag durchgepflückt werden. Für die Verwendung in der Küche braucht man kein Rezept. Nur der Ansatz wird entfernt, und zwar so, dass man den Faden mit abzieht. Dann werden sie 2 min in heißer Butter geschwenkt und gesalzen, fertig! Wer nicht alle in der Küche verwenden kann, sollte man sie kurz blanchieren und einfrieren.

Dicke Bohnen im Juni

Auch die Dicken Bohnen werden bald reif. Die Spitzentriebe habe ich bereits ausgebrochen. Das beschleunigt die Reife und reduziert den Befall mit der Bohnenlaus. Es ist meine einzige Maßnahme dagegen. Die schwarze Bohnenlaus ist ein Schädling, der die dicken Bohnen jedes Jahr befällt, aber nur sie und keine anderen Gemüse. Wenn die Läuse auftauchen, finden sich auch bald ihre Gegenspieler ein, z.B. Marienkäfer und Florfliegen. Oft sind die Läuse dann bald reduziert. Die Ernte beeinträchtigt der Befall dann kaum noch. Rezepte mit Dicken Bohen siehe hier!

Blühender Thymian

Von den mehrjährigen Küchenkräutern stehen jetzt der Thymian und der Schnittlauch in voller Blüte und sind eine gute Bienenweide. Der Thymian ist kleinwüchsig  und macht sich daher gut als Einfassung von Wegrändern. Auch Schnittlauch lässt gut sich gut als Randeinfassung verwenden.

Blühender Schnittlauch

Die Blütenstängel lassen sich zum Würzen nicht mehr benutzen, weil sie zu hart sind, wohl aber die Blüten als Dekoration für Salate, wenn man sie aus den Blütenständen zupft. Wer nur an den Blättern interessiert ist, muss sie bodennah abschneiden. Dann treibt die Pflanze wieder neu aus.

30 Mai

Ende Mai

Nach den Eisheiligen ist im Gemüsegarten immer viel zu tun. Weil es in den letzten Tagen mehrmals ausgiebig geregnet hat, wird das Gemüse jetzt gut wachsen, obwohl der Mai bisher kühler als im letzten Jahr war. Die Fläche zwischen den Reihen, auf der Spinat stand,  habe ich  mit einer Schicht Mulch bedeckt. Die Vorteile des Mulchens sind im Kapitel “Bodenpflege: Kompostierung und Gründüngung” beschrieben (siehe hier!).

Unser Musterbeet Ende Mai

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Arbeiten in den einzelnen Gemüsereihen des Anbauplans zusammenzufassen. Bevor ich dort arbeite, lege ich dazwischen Bretter aus, auf die ich treten kann. Dadurch vermeide ich, dass sich der Boden durch das Betreten des Mulchs verdichtet.

Reihe 1: Der Pflücksalat ist in 1 – 2 Wochen so weit, dass er sukzessive geentet werden kann. Bis dahin werden werden wir Kräuter für Salate verwenden, z.B. Zitronenmelisse, Sauerampfer, Gundermann, Rucola, Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum aus dem Gewächshaus.

Reihe 2: Hier habe ich als Vorkultur vorgezogenen Brokkoli gepflanzt. Wenn er abgeerntet ist, werde ich dort Erbsen säen. Details zum Brokkoli-Anbau siehe hier!

Reihe 3: Die bereits im März direkt in die Reihe gesäten Lauchzwiebeln habe ich letzte Woche auf Abstände von  ca. 10 cm in einer Doppelreihe verzogen. “Verziehen” heißt, dass man die Pflänzchen, die zu dicht stehen, in die Lücken setzt, in denen zu wenige  gekeimt sind. Näheres zum Anbau von Lauchzwiebeln siehe hier!

Reihe 4: Die Zuckerschoten sind jetzt ungefähr 60 cm hoch und mit Rankhilfen versehen. Sie blühen bereits. Weiter zum Zuckerschotenanbau!

Reihe 5: Die Radieschen habe ich abgeerntet und die Karotten verzogen und in den Lücken nachgesät. Zum Karottenanbau siehe hier!

Reihe 6: Hier habe ich 3 Tomaten gepflanzt. Dazwischen muss noch Winterrettich gesät werden. Details zum Tomatenanbau siehe hier und zum Rettichanbau hier!

Reihe 7: Der Lauch ist bereits auf Abstände von 10 cm in Doppelreihe verzogen worden. Danach habe ich ein feinmaschiges Netz über einem Rahmen um die Pflanzen gelegt. Dies ist das einzige wirksame Mittel, um die Lauchmotte von der Eiablage an den Lauchpflanzen abzuhalten. Weiter siehe hier!

Reihe 8: Die Frühkartoffeln sind gut gewachsen und bereits vor 2 Woche angehäufelt worden. Zum Anbau von Kartoffeln siehe auch hier!

Reihe 9: Die Pastinaken müssen auf Abstände von ca. 20 cm verzogen werden. Näheres zu Pastinaken ist hier zu finden.

Reihe 10: Hier stehen 3 Tomaten. Dazwischen müssen noch Steckrüben gesät werden. Zum Steckrübenanbau siehe hier!

Reihe 11: Die ersten Frührettiche sind bereits reif und können geerntet werden. Der Mangold dazwischen ist schlecht gekeimt. Ihn muss ich nachsäen. Weiter zum Anbau von Mangold.

Reihe 12: Die Dicken Bohnen sind jetzt ca. 60 cm hoch und haben angefangen zu blühen. Die Pflanzen werden im Frühjahr praktisch immer von der schwarzen Bohnenlaus befallen. Ich bekämpfe sie nur insoweit, dass ich die Triebspitzen ausbreche. Details zum Anbau von Dicken Bohnen siehe hier!

Reihe 13: Karotten. Siehe Reihe 5!.

Reihe 14: Tomaten und Steckrüben. Siehe Reihe 10!

Reihe 15: Die im letzten Winter gesteckten Zwiebeln sind gut gewachsen. Einzelne können bei Bedarf bereits in der Küche verwendet werden. Komplett ernten wir die Reihe erst ab, wenn das Laub abknickt. Weiter zum Zwiebelanbau!

Reihe 16: Die vorgezogenen Frühkohlpflanzen haben sich bereits gut entwickelt. In 1 – 2 Wochen werden sie mit verdünnter Brennesseljauche nachgedüngt. Details zum Kohlanbau finden sich den Kapiteln “Blumenkohl, Rotkohl, Weißkohl und Wirsing.”

Reihe 17: Karotten. Siehe Reihe 5!

Reihe 18: 3 Tomaten. Dazwischen habe ich vorgezogenen Sellerie gepflanzt.

Reihe 19: Karotten. Siehe Reihe 5!

Reihe 20: Frühkartoffeln. Siehe Reihe 8!

Reihe 21: Wintersteckzwiebeln. Siehe Reihe 15!

 

14 Mai

Die Eisheiligen

Die letzte Woche war kühl und regnerisch. Pünktlich zum Ende der Eisheiligen ist jetzt aber wärmeres Wetter angesagt. Das heißt, wir können in den nächsten Tagen auch die wärmeliebenden Pflanzen ins Freie pflanzen.

Die am 30. April beschriebenen Arbeiten habe ich inzwischen alle durchgeführt. Unter anderem ist der meiste Spinat geerntet, und die Senfreihen sind abgehackt. Die Erbsen haben Rankhilfen und die Kartoffeln sind angehäufelt. Die dicken Bohnen habe ich mit Pfählen und Bindfäden so gesichert, dass sie bei Starkwind nicht umfallen. Noch geerntet werden müssen die letzten Radieschen.

Radieschen und Karotten im Mai

Danach kann ich die Karotten auf Abstände von ca. 10 cm vereinzeln und dort nachsäen, wo es Lücken gibt. Amseln und Drosseln hacken manchmal gern im Mulch herum und wühlen junge Saaten zu. Dann schütze ich die kleinen Pflänzchen mit zwei hochkant stehenden Brettern. Man kann natürlich auch ein Netz zum Schutz der Saaten nehmen. Weil es im Gewächshaus keine Nachtfröste gibt, habe ich Basilikum, Paprika, Auberginen und Gurken dort bereits Ende April eingepflanzt. Auch die Fleischtomaten lasse ich immer unter Glas wachsen, weil sie im Freien erst spät fruchten. Um die vorgezogenen Tomaten aus dem Gewächshaus, die für das Freiland vorgesehen sind abzuhärten, habe ich sie heute schon einmal draußen an einen windgeschützten Platz gesetzt.