14 Mai

Die Eisheiligen

Die letzte Woche war kühl und regnerisch. Pünktlich zum Ende der Eisheiligen ist jetzt aber wärmeres Wetter angesagt. Das heißt, wir können in den nächsten Tagen auch die wärmeliebenden Pflanzen ins Freie pflanzen.

Die am 30. April beschriebenen Arbeiten habe ich inzwischen alle durchgeführt. Unter anderem ist der meiste Spinat geerntet, und die Senfreihen sind abgehackt. Die Erbsen haben Rankhilfen und die Kartoffeln sind angehäufelt. Die dicken Bohnen habe ich mit Pfählen und Bindfäden so gesichert, dass sie bei Starkwind nicht umfallen. Noch geerntet werden müssen die letzten Radieschen.

Radieschen und Karotten im Mai

Danach kann ich die Karotten auf Abstände von ca. 10 cm vereinzeln und dort nachsäen, wo es Lücken gibt. Amseln und Drosseln hacken manchmal gern im Mulch herum und wühlen junge Saaten zu. Dann schütze ich die kleinen Pflänzchen mit zwei hochkant stehenden Brettern. Man kann natürlich auch ein Netz zum Schutz der Saaten nehmen. Weil es im Gewächshaus keine Nachtfröste gibt, habe ich Basilikum, Paprika, Auberginen und Gurken dort bereits Ende April eingepflanzt. Auch die Fleischtomaten lasse ich immer unter Glas wachsen, weil sie im Freien erst spät fruchten. Um die vorgezogenen Tomaten aus dem Gewächshaus, die für das Freiland vorgesehen sind abzuhärten, habe ich sie heute schon einmal draußen an einen windgeschützten Platz gesetzt.

30 Apr

Alles neu macht der Mai

Schon das Sprichwort sagt: “Alles neu macht der Mai!”. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die wichtigsten Einsaaten und Pflanzungen für die Sommersaison im Mai durchgeführt werden. Wie auch schon im letzten Jahr ist das Wachstum im Gemüsegarten wegen des warmen Aprils ca. 2 Wochen weiter als im langjährigen Mittel.

Ein markanter Wendepunkt im Gartenjahr wird durch die Eisheiligen markiert. Sie stellen den tatendurstigen Gärtner jedes Jahr auf eine harte Geduldsprobe. Nach dem Kalender sind sie vom 11. bis 15. Mai, und die statistische Auswertung von langjährigen Messungen hat gezeigt, dass von da an die Wahrscheinlichkeit von Nachtfrösten extrem gering wird. Auch wenn das Wetter vorher warm und sonnig ist, kann Kaltluftzustrom aus dem Norden noch bis Mitte Mai zu nächtlichen Frosteinbrüchen führen, die frostempfindlichen Pflanzen schaden.

In den nächsten Tagen ist einiges zu tun. Der Spinat zwischen den Reihen ist jetzt groß genug und kann Zug um Zug geerntet werden. Dazu schneide ich ihn direkt über den Wurzeln ab und verwende die Blätter in der Küche (Rezepte siehe hier!). Der Rest wird blanchiert und eingefroren. Danach hacke ich die Wurzeln ab. Auch den Gelbsenf, den ich als Vorkultur für Kohl und Tomaten gesät habe, werde ich demnächst abhacken und ihn auf der Fläche verrotten lassen. Die Bedeutung von Spinat und Gelbsenf in unserer Mischkultur ist auch im Kapitel Bodenpflege beschrieben (siehe hier!). Dann decke ich die Fläche zwischen den Reihen Zug um Zug mit ungesiebtem Schnellkompost aus den Thermokompostern ab.

Als nächstes nehme ich mir Reihe für Reihe vor für die anschließenden Arbeiten (siehe auch den Anbauplan im Kapitel Gemüsemischkultur: Viel Ertrag auf kleiner Fläche). Als erstes habe ich den vorgezogenen Brokkoli eingepflanzt. Falls es in den Reihen für Lauchzwiebeln, Pastinaken und Lauch große Lücken gibt, muss nachgesät werden. Die Zuckerschoten sind jetzt ca. 20 cm hoch. Sie sind bereits angehäufelt worden und haben Rankhilfen bekommen. Die Radieschen in den Karottenreihen können wir bei entsprechender Größe schon ernten. Wenn sie zu lange im Beet bleiben, platzen und schießen sie. Hat man zu viele reife Radieschen auf einmal und kann sie nicht alle verwenden, so gibt es die Möglichkeit, daraus eine Cremesuppe zu kochen. Das Grün lässt sich für die Suppe mitverwenden. Als Rezept nehmen wir das der Rettichsuppe (siehe hier!). Wenn die Radieschen geerntet sind, müssen die Karotten auf Abstände von ca. 10 cm verzogen werden, d.h. zu eng stehende Pflänzchen werden herausgezogen. Falls es größere Lücken in der Reihe gibt, müssen wir nachsäen. Auch die dicken Bohnen werden angehäufelt, damit sie einen besseren Stand haben. Wenn sie ca. 40 cm hoch sind, sichere ich sie zusätzlich mit Stöcken und einer Schnur, die verhindert, dass sie bei starkem Wind umfallen. Die Frühkartoffeln werden ebenfalls angehäufelt. Sie fallen dann nicht auseinander und setzen mehr Knollen an. Zuletzt werde ich den Spätkohl an einer freien Stelle außerhalb des Beetes direkt ins Freie aussäen. Im Einzelnen sind dies Wirsing, Rotkohl, Blumenkohl und Rosenkohl. Weil nur wenige Kohlpflanzen in unserem Beet Platz haben, sind auch nur wenige Samen erforderlich.

Jetzt ist es auch Zeit, Brennesseljauche anzusetzen. Diese benötige ich, wenn ich nach den Eisheiligen die vorgezogenen Tomaten und den vorgezogenen Frühkohl pflanze. Nur die Starkzehrer im Beet benötigen diese zusätzliche Düngung. Brennesseljauche ist deshalb zu empfehlen, weil sie viel Stickstoff und Mineralien enthält, und weil die Düngewirkung schnell eintritt. Für die Herstellung legen wir abgeschnittene Brennnesseln in einen großen Kübel, bis er voll ist. Dann füllen wir ihn mit Wasser auf. Wenn ich Schachtelhalm im Garten finde, gebe ich ihn dazu. Das Verhältnis soll ca. 10 l Wasser auf 1 kg Brennnesseln betragen. Wer den Jauchengeruch nicht mag, gibt eine Handvoll Gesteinsmehl oder 2 Hände voll Schafgarbe mit hinein. Dann Behälter schließen, gelegentlich umrühren und das Gemisch mindestens zwei Wochen ziehen lassen.

Weitere Details zum Anbau der genannten Gemüsearten finden sich hier!

19 Apr

Ostern

Ostern ist das wichtigste christliche Fest, weil an diesem Tag die Wiederauferstehung des gekreuzigten Jesus gefeiert wird. Passend zu dieser Symbolik der Auferstehung beginnt jetzt auch die große Zeit der Frühjahrsblüher: Narzissen, Tulpen und Hyazinthen dominieren das Bild im Garten. Daneben finden sich Veilchen, Vergißmeinnicht, Gedenkemein, Traubenhyazinthen und viele andere. Und die Polsterstauden bereiten sich schon auf ihren großen Auftritt vor.

Die im März ausgebrachten frühen Gemüsesaaten sind alle gekeimt und bedürfen demnächst weitere Pflege. Wer die Saaten noch nicht erledigt hat, muss spätestens jetzt aktiv werden oder eine deutlich spätere Ernte in Kauf nehmen.

Allen Lesern wünsche ich ein frohes und sonniges Osterfest und eine entspannte Zeit im Kreise der Familie.

 

07 Apr

Anfang April

In der letzten Zeit hatten wir abwechselnd kühlere und wärmere Perioden, also nichts Unübliches für diese Jahreszeit. Weil meine Saaten gut gekeimt sind, habe ich das Flies entfernt.  Für die Katzen aus der Nachbarschaft wird die Fläche uninteressant, sobald die Saat aufgegangen ist. Jetzt ist es Zeit, um Lücken in den Reihen nachzusäen. Dazu lege ich jeweils 2 Bretter zwischen Spinat und Gemüsereihe, damit ich die Lücken gut erreichen kann, ohne die bereits gekeimte Saat zu beschädigen. Auf dem Foto ist im Vordergrund sehr gut die im Spätherbst gesetzte Wintersteckzwiebelreihe zu sehen. Auch die Senfreihen, die als Vorkultur für die Tomaten gesetzt sind, sind schon gut gewachsen. In der Bildmitte sind die dicken Bohnen jetzt ca. 5 cm hoch.

Vorgezogene Pflanzen Anfang April im Gewächshaus

Seit 10 Jahren habe ich auch ein kleines Gewächshaus, das sich an die Südfront des Hauses anlehnt. Ich benutze es als Kaltgewächshaus, d.h. es wird nicht beheizt. Wenn ich eine Heizung einbauen würde, bräuchte ich auch künstliches Licht im Winter. Dies ist mir zu aufwendig und für meine Zwecke auch nicht erforderlich. In jedem Jahr ziehen meine vorgezogenen Pflänzchen Anfang April von der Fensterbank ins Gewächshaus um. Dies gilt für Tomaten, Auberginen, Paprika, Tomaten, Frühkohl und Sellerie. Im Sommer wachsen dort nur die mediterranen Gemüse sowie Gurken und Basilikum. Die Fleischtomaten bleiben im Gewächshaus, weil sie draußen sehr spät reifen, die übrigen Tomatensorten kommen nach den Eisheiligen ins Mischkulturbeet. Frühkohl, Brokkoli und Kohlrabi pflanze ich ebenfalls im Mai ins Freiland. Unter Glas kann ich bei den mediterranen Gemüsen regelmäßig mit guten Ernten rechnen. Ein Nachteil ist aber, dass im Gewächshaus häufiger mit Schädlingen und Krankheiten zu rechnen ist als in der Mischkultur draußen, vor allem mit Läusen bei Auberginen und Paprika und mit echtem und falschem Mehltau bei den Gurken. Details zum Anbau der einzelnen Gemüsearten siehe hier!

Den Boden des Gewächshauses bereite ich jetzt erst einmal vor, indem ich ihn mit Grabegabel und Hacke lockere. Die Mulchreste vom letzten Jahr bleiben einfach liegen. Weil im Winter selten gegossen wird, ist die Erde meist zu trocken. Deshalb gieße ich die gesamte Fläche gründlich, um das Bodenleben zu aktivieren. Die Tomatenpflanzen im Haus sind inzwischen groß genug, um sie in größere Töpfe umzupflanzen und auf den Boden des Gewächshauses umzusiedeln. Sie machen den Platz im Haus frei für Gurken, Zucchini und Kürbisse, die ich jetzt in kleine Töpfe säe und unter Folie auf die Heizung setze. Sobald sie gekeimt sind, kommen sie auf die Fensterbank ins Licht.

30 Mrz

Wildkräuter – Delikatessen im zeitigen Frühjahr

Wenn der Portulak zu langweilig wird, und Schnittsalat und Spinat noch nicht groß genug sind, lässt sich die Zwischenzeit gut mit Wildkräutern überbrücken. Viele Wildkräuter kommen sowohl in der freien Natur als auch in unseren Gärten vor. Im Frühjahr sind ihre Blätter noch zart. Im Sommer ist dies nicht mehr der Fall und es gibt dann auch im Garten genügend Alternativen in Form von gesäten Küchenkräutern und grünen Salaten.

Glänzende Blattunterseite von Maiglöckchen (links) und stumpfe vom Bärlauchblatt (rechts)

Manche Wildkräuter sind essbar, es gibt aber auch giftige. Zu den essbaren Kräutern, die auch noch schmackhaft sind, zählen z.B. Löwenzahn, Brennnesseln, Schafgarbe, Brunnenkresse, Giersch, Gundermann, Huflattich, Wiesenkerbel, Vogelmiere, Sauerampfer, Hirtentäschelkraut, behaartes Schaumkraut, weiße Taubnessel, Frauenmantel, Knoblauchrauke und Bärlauch. Für das Sammeln von Wildkräutern gilt allerdings dasselbe wie für Pilze: Man sammelt nur die, die man ohne jeden Zweifel identifizieren kann. Der Bärlauch nimmt unter den Wildkräutern eine Sonderstellung ein.

WIldkräutersalat

Im Frühling streifen stets Heerscharen von Sammlern durch unsere Wälder, um Bärlauch zu sammeln. Ein bekannter Koch und Gastronom der Region, der in jedem Frühjahr zu Bärlauchexkursionen einlädt, hat zu diesem “Run” erheblich beigetragen. In den Medien wird oft ignoriert, dass die Blätter des Bärlauchs sehr leicht mit denen von Maiglöckchen verwechselt werden können, die sehr giftig sind. Beide haben dieselbe Blattform, und der Geruch allein ist kein gutes Unterscheidungsmerkmal, weil der starke Knoblauchgeruch des Bärlauchs den der Maiglöckchen überdecken kann.

Wildkräuterrisotto

Ein untrügliches Bestimmungsmerkmal sind dagegen die Blattunterseiten. Die des Bärlauchs sind stumpf, die der Maiglöchchen dagegen glänzend (siehe Foto oben!). Bei der Verwendung in der Küche sollte man beachten, dass Bärlauch roh stark nach Knoblauch schmeckt. Nicht jeder mag das. Man kann dies aber abmildern, indem man nur blanchierte Blätter verwendet bzw. sie mit Spinatblättern streckt. Wildkräuter lassen sich besonders gut als Salate, in Risotto und für Suppen und Tees verwenden. Rezepte, bei denen Wildkräuter verarbeitet werden, sind hier zu finden, z.B. das Rezept für Wildkräutersalat und -Risotto auf den beiden Fotos.

22 Mrz

Frühlingsanfang

Vorgestern hat der kalendarische Frühling begonnen. Bis vor mehreren Tagen war das Wetter noch kühl und regnerisch. Dazu gab es immer wieder viel Wind und Sturmböen. Aber das Vlies auf unserem Gemüsebeet war gut fixiert und hat gehalten. Jetzt ist es pünktlich zum Frühlingsanfang warm und sonnig geworden. Allgemein ist die Natur schon sehr weit für diese Zeit, aber das war in den letzten Jahren schon öfter der Fall.

Sprossen von Daikonrettich

Von den Küchenkräutern haben Schnittlauch und Petersilie schon so weit getrieben, dass wir sie für die Küche benutzen können. Thymian, Salbei und Rosmarin überstehen Frostnächte im Früjahr ohnenhin recht gut und beginnen jetzt ebenfalls wieder zu wachsen. An Salaten können wir jetzt nur noch Winterportulak aus dem Gewächshaus ernten. Um für Abwechselung zu sorgen züchte ich um diese Zeit immer Sprossen am Fenster in der Küche an und mische sie mit dem Portulak. Die Auswahl an Samen ist inzwischen recht groß, und es dauert nur ein paar Tage, bis man die Sprossen ernten kann. Die Gemüse für die Küche kommen alle inzwischen aus der Tiefkühltruhe.

In den letzten Tagen habe ich meine letztjährigen Erdbeerpflanzen gesichtet. Dazu grabe ich sie aus und prüfe sie. Es sollten Wurzeln dabei sein, die dünn, lang und hellbraun sind (siehe Foto). Letztere stammen von Ablegern des letzten Jahres. Diejenigen Pflanzen, bei denen diese Wurzeln fehlen und statt dessen nur noch dunkelbraune auffallen, sind zu alt, um dieses Jahr noch gut zu fruchten. Sie kommen auf den Kompost. Den Rest pflanze ich an anderer Stelle wieder ein. Vorher allerdings werden die alten Blätter abgeschnitten, die hellgrünen nachgewachsenen bleiben stehen.

Erdbeerpflanze im März

Nur bis spätestens Ende März lassen sich Erdbeeren umpflanzen. Danach brauchen sie Ruhe, um weitere Wurzeln zu treiben und blühen und fruchten zu können. In die Räume zwischen den Erdbeeren habe ich Steckzwiebeln gesetzt. So wird die Fläche gut genutzt. Beide Arten ergänzen sich ideal, weil sich die Erdbeeren flach ausbreiten, die Zwiebeln aber schmal nach oben wachsen. Beim Kauf der Steckzwiebeln ist darauf zu achten, dass sie nicht größer als Haselnüsse sind, andernfalls blühen sie sehr früh. Ich habe mehrfach gelesen, dass Erdbeeren in der Nähe von Zwiebelgewächsen nicht von Nematoden befallen werden. Dies war in der Tat bei mir noch nie der Fall. Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob dies wirklich an der Zwischenpflanzung mit Zwiebeln liegt. Weitere Details zum Erdbeeranbau und der Verarbeitung siehe hier!

03 Mrz

Einsäen und Abdecken

Das schöne Wetter hat mich verleitet, in diesem Jahr schon früher mit der Frühjahrsaussaat zu beginnen. Wenn es warm und sonnig ist, macht es halt mehr Spaß, im Garten zu arbeiten. Pünktlich nachdem ich fertig war, kam der Wetterumschwung. Weil es auch geregnet hat, stört mich das nicht weiter. Es ist sogar ideal, weil die Saaten jetzt schneller keimen. Bevor ich das Beet betrete, lege ich dort, wo ich arbeiten will, 2 lange Bretter aus. Dann wird die Erde gelockert und feinkrümelig zerkleinert. Dazu benutze ich eine Doppelhacke und eine Harke. Schließlich ziehe ich mit der Hacke eine breite Rille, lege die Samen hinein und harke sie zu. Je größer die Samen sind, desto tiefer muss die Rille sein. Das heißt in der Praxis, dass in den meisten Fällen oberflächlich gesät wird. Ich habe das jahrelang falsch gemacht und musste es auch erst lernen. Sät man zu tief, gehen die Samen schlechter auf.

In die Reihe 1 kommt Pflücksalat und dazwischen einzelne Frührettichsamen, in Reihe 2 Brokkoli und dann alle Gemüse wie im Anbauplan beschrieben (siehe hier). Zwischen alle Reihen wird Spinat gesät, der schnell aufläuft und dadurch später den gekeimten Pflänzchen in den Reihen Schutz bietet. Ein Teil davon wird im April und Mai für die Küche verwendet, der Rest abgehackt. Er verrottet schnell und und dient den Nachbarpflanzen als Gründüngung. Eine besondere Vorbereitung brauchen die Karottenreihen. Der schwere Lehmboden bei uns in Wurmberg ist eigentlich schlecht für den Karottenanbau geeignet. Deshalb schüttte ich einen kleinen Eimer Sand auf die Reihe und arbeite ihn tief ein. Dann erst wird oberflächlich eingesät, und zwar zusammen mit Radieschen und manchmal auch mit Dill. Bewährt hat sich die Sorte “Rodelika”. Erwähnt werden müssen auch noch die Kartoffelreihen. Dafür hebe ich mit dem Spaten einen kleinen Graben von ca. 20 cm Tiefe aus. Dahinein werden die Pflanzkartoffeln (nur früheste Sorten) in Abständen von ca. 15 cm gelegt und wieder mit Erde zugedeckt. Die im Anbauplan aufgeführten Steckzwiebelreihen habe ich schon im Winter gesteckt und muss dort nichts mehr tun. Auch die Gründüngung mit Gelbsenf  als Vorkultur für die Tomaten ist ausgebracht.

Nach der Einsaat aller Reihen habe ich ein Vlies über alles gebreitet und mit Stangen und Steinen fixiert. Dies mache ich erst seit 4 Jahren, und es hat sich sehr bewährt. Urspünglicher Anlass waren die Katzen aus unserer Nachbarschaft. Sie haben sich plötzlich für den weichen offenen Boden interessiert und wollten dort ihr Geschäft verrichten. Durch das Vlies wird solches Ansinnen wirksam verhindert. Es hat auch noch andere Vorteile: Es hält nämlich die Kälte im Frühjahr ab, so dass die Samen schneller keimen und die jungen Pflänzchen besser wachsen. Außerdem können Amseln und Drosseln nicht die Erbsen aus der Erde picken. Wann man mit den Aussaaten im Frühjahr beginnt, ist letzlich Ansichtssache. Ob Anfang März oder Anfang April, so riesig groß ist der Unterschied normalerweise gar nicht. Allerdings bringt beides, früh einsäen und dann mit Vlies abdecken, schon eine deutlich früheres Wachstum. Der Vorsprung ist vergleichbar mit dem eines Frühbeetkastens.

Bild 1

Die Samen von Paprika, Auberginen und Fleischtomaten sind inzwischen gekeimt und groß genug, dass sie pikiert werden können. Viele Gemüsekeimlinge entwickeln sehr schnell lange Pfahlwurzeln und wachsen dann zu rasch in die Länge. Um dies zu korrigieren, pikiere ich sie: Die kleine Pflanze wird also mit einem Bleistift vorsichtig aus der Erde geholt (Bild 1) und die Wurzel gekürzt. Ich tue dies, indem ich sie mit dem Fingernagel abknipse (Bild 2 und Bild 3).

Bild 2

Dann setze ich die Pflänzchen einzeln möglichst tief in kleine Töpfchen (Erdmischung: 1 Teil Blumenerde + 1 Teil Sand) und stelle sie wieder ans Fenster. Sie müssen jetzt nur noch gelegentlich gegossen werden.
Als nächstes säe ich Kohlrabi, Brokkoli, die Frühkohlsorten und Sellerie und verfahre damit auf dieselbe Weise, nachdem sie gekeimt sind.

Fleischtomaten sind die einzige Tomatensorte, von denen ich immer 3 – 4 im Gewächshaus züchte, weil sie dort früher reifen.

Bild 3

Ich kann sie bereits vor den Eisheiligen im Mai ins Gewächshaus umpflanzen, sobald sie 30 – 40 cm hoch sind, während die Freilandtomaten noch warten müssen.

Die wichtigsten Arbeiten sind nun erst einmal getan, und ich kann mich zurücklehnen, abwarten und mich an den Schneeglöckchen, Krokussen und Christrosen in der Staudenrabatte freuen.

25 Feb

Beginn der Frühjahrsarbeiten

Jetzt gibt es nur noch Winterportulak und Lauchzwiebeln aus dem Gewächshaus zu ernten. Alle anderen Wintergemüse sind verbraucht. Von jetzt an müssen wir auf die eingefrorenen Gemüse zurückgreifen. Weil wir im Laufe des letzten Jahres viele verschiedene Gemüse eingefroren haben, ist die Auswahl noch groß.

Vor einer Woche habe ich Lauchzwiebeln und danach Fleischtomaten für das Gewächshaus gesät. Sie sind schon gekeimt und können jetzt von der Heizung ans Fenster wechseln. Als nächstes müssen Auberginen und Paprika im Haus vorgezogen werden. Meine Freilandtomaten säe ich erst Ende März, sonst sind sie Mitte Mai schon zu groß und lassen sich schwer pflanzen.

Seit über einer Woche haben wir sehr sonniges und warmes Wetter; nachts friert es allerdings immer wieder mal. Dies ist ideal, um die anstehenden Arbeiten zu erledigen. Als erstes habe ich den Baum- und Strauchschnitt zu Ende gebracht. Wer sich über die Technik des Obstbaumschnitts informieren will, kann hier nachschlagen. Dann habe ich vor ein paar Tagen meine beiden Thermokomposter geleert. Der Schnellkompost daraus kommt zwischen die Stauden in der Blumenrabatte, auf die Baumscheiben und um die Beerensträucher (weiter…).

Abharken des Flächenkomposts im zeitigen Frühjahr

Zugekauften Dünger brauche ich dann nicht mehr. Früher habe ich den Kompost noch gesiebt. Inzwischen bin dafür zu faul geworden, weil ich festgestellt habe, dass auch der grobe Kompost bald nicht mehr zu sehen ist.

Heute habe ich mit dem Abräumen des Gemüsebeetes begonnen. Dazu harke ich die Reste des Flächenkompostes ab und lagere sie bis Mai in den Thermokompostern. Die Erde soll jetzt noch ein paar Tage abtrocknen und sich weiter erwärmen, bevor ich mit dem Einsäen beginne.

 

12 Feb

Vorfreude

Winterling im Februar

Ganz allmählich erwacht der Garten aus dem Winterschlaf. In den Blumenrabatten zeigen sich die ersten Frühlingsblumen: Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse. Mit Erstaunen habe ich gesehen, dass mehrere kleine Radicchio den Winter bisher überlebt haben. Manche Gemüsearten sind weniger frostempfindlich als man denkt. Unsere Ernte beschränkt sich jetzt auf Lauch, Pastinaken, Steckrüben, Grünkohl und Feldsalat. Daneben steht noch eine halbe Reihe Lauchzwiebeln im Gewächshaus.

Winterportulak

Anfang November habe ich noch Winterportulak ins Gewächshaus gesät, der jetzt bald erntereif ist. Die Samen keimen erst bei Temperaturen unter 12 Grad. Bei der Ernte schneidet man die Blätter mit der Schere ab und verwendet sie wie Feldsalat. Wenn er nachgewachsen ist, kann man erneut ernten. Winterportulak ist frischer im Geschmack als Feldsalat, reich an Mineralstoffen und nitratarm.

Inzwischen sind auch meine im Internet bestellten Samen eingetroffen. Ich habe dann gleich im Gewächshaus eine Reihe Schnittsalat gesät. Wir essen gern asiatische Nudelsuppen, und Lauchzwiebeln sind dabei ein fast obligatorischer Bestandteil. Als Ersatz nehmen wir zur Zeit auch sehr fein geschnittenen Lauch aus dem Beet. Aufgrund des Bedarfs und weil die Lauchzwiebeln im letzten Jahr erst im Juni groß genug waren, habe ich sie jetzt schon in ein Töpfchen mit Erde gesät und auf die Heizung gestellt. Sobald sie gekeimt sind, kommen sie ans Fenster. Jetzt freue ich mich darauf, Ende Februar mit dem Säen und Vorziehen der anderen Gemüse im Haus zu beginnen.

 

06 Feb

Anbauplanung

Das Wetter im Januar war ausnahmsweise so typisch, wie wir es erwarten, nämlich frostig mit Schnee, der zwischendurch auch wieder aufgetaut ist. In den nächsten Tagen soll es allerdings wärmer werden. Weil Bäume und Sträucher zu schneiden bei der Kälte kein Spaß macht, habe ich statt dessen meinen diesjährigen Anbauplan geschrieben (siehe Abbildung).

Er ist im wesentlichen derselbe wie im letzten Jahr. Allerdings sind alle Reihen um 25 cm weiter gewandert. Eine detaillierte Beschreibung dazu ist hier zu finden! Der Plan hat sich in den letzten Jahren bewährt und ist auf den Bedarf unseres zweiköpfigen Haushalts zugeschnitten.

Außerdem habe ich die alten Samentütchen gesichtet, die ich im letzten Jahr nicht verbraucht habe. Zuerst werfe ich alle Samen, die älter als 3 Jahre sind, in den Müll, sowie die restlichen  Karotten-, Pastinaken- und Petersiliensamen, weil sie in der Regel nur ein Jahr lang sicher keimfähig sind. Dann schreibe ich mir alle Samen auf, die ich nicht mehr habe und laut Anbauplan noch brauche. Diese kaufe ich dann bei einem biologischen Saatgutversand im Internet. Bei der Bestellung achte ich besonders darauf, dass es sich um samenfeste Sorten handelt. In den letzten Jahren werden immer mehr Samen von F1-Hybriden angeboten. Das ist die 1. Tochtergeneration von reinerbigen Elternpflanzen, die auf bestimmte Zuchtziele hin selektiert sind. Letztere orientieren sich aber meistens an den Wünschen der Erwerbsgärtner. Der Geschmack spielt dabei keine große Rolle, ist für mich aber sehr wichtig. Außerdem sind samenfeste Sorten preisgünstiger und die Tütchen mit F1-Hybriden enthalten auch nur wenige Samen. Die Gemüsesorten, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, sind bei den einzelnen Gemüsen im Kapitel “Gemüse in Einzelportraits” genannt.

Weil wir in der letzten Zeit viel Kohl und Wurzelgemüse gegessen haben, brauchten wir eine Abwechselung und haben Gemüse aufgetaut, das wir im letzten Jahr eingefroren haben. Je weniger Gemüse noch im Beet ist, desto mehr muss in den nächsten Monaten auf die Tiefkühlung zurückgegriffen werden. Ende Mai wird die Kühltruhe leer sein.  Bis zum Spätherbst füllen wir sie dann mit den Ernteüberschüssen wieder auf.