03 Mrz

Einsäen und Abdecken

Das schöne Wetter hat mich verleitet, in diesem Jahr schon früher mit der Frühjahrsaussaat zu beginnen. Wenn es warm und sonnig ist, macht es halt mehr Spaß, im Garten zu arbeiten. Pünktlich nachdem ich fertig war, kam der Wetterumschwung. Weil es auch geregnet hat, stört mich das nicht weiter. Es ist sogar ideal, weil die Saaten jetzt schneller keimen. Bevor ich das Beet betrete, lege ich dort, wo ich arbeiten will, 2 lange Bretter aus. Dann wird die Erde gelockert und feinkrümelig zerkleinert. Dazu benutze ich eine Doppelhacke und eine Harke. Schließlich ziehe ich mit der Hacke eine breite Rille, lege die Samen hinein und harke sie zu. Je größer die Samen sind, desto tiefer muss die Rille sein. Das heißt in der Praxis, dass in den meisten Fällen oberflächlich gesät wird. Ich habe das jahrelang falsch gemacht und musste es auch erst lernen. Sät man zu tief, gehen die Samen schlechter auf.

In die Reihe 1 kommt Pflücksalat und dazwischen einzelne Frührettichsamen, in Reihe 2 Brokkoli und dann alle Gemüse wie im Anbauplan beschrieben (siehe hier). Zwischen alle Reihen wird Spinat gesät, der schnell aufläuft und dadurch später den gekeimten Pflänzchen in den Reihen Schutz bietet. Ein Teil davon wird im April und Mai für die Küche verwendet, der Rest abgehackt. Er verrottet schnell und und dient den Nachbarpflanzen als Gründüngung. Eine besondere Vorbereitung brauchen die Karottenreihen. Der schwere Lehmboden bei uns in Wurmberg ist eigentlich schlecht für den Karottenanbau geeignet. Deshalb schüttte ich einen kleinen Eimer Sand auf die Reihe und arbeite ihn tief ein. Dann erst wird oberflächlich eingesät, und zwar zusammen mit Radieschen und manchmal auch mit Dill. Bewährt hat sich die Sorte “Rodelika”. Erwähnt werden müssen auch noch die Kartoffelreihen. Dafür hebe ich mit dem Spaten einen kleinen Graben von ca. 20 cm Tiefe aus. Dahinein werden die Pflanzkartoffeln (nur früheste Sorten) in Abständen von ca. 15 cm gelegt und wieder mit Erde zugedeckt. Die im Anbauplan aufgeführten Steckzwiebelreihen habe ich schon im Winter gesteckt und muss dort nichts mehr tun. Auch die Gründüngung mit Gelbsenf  als Vorkultur für die Tomaten ist ausgebracht.

Nach der Einsaat aller Reihen habe ich ein Vlies über alles gebreitet und mit Stangen und Steinen fixiert. Dies mache ich erst seit 4 Jahren, und es hat sich sehr bewährt. Urspünglicher Anlass waren die Katzen aus unserer Nachbarschaft. Sie haben sich plötzlich für den weichen offenen Boden interessiert und wollten dort ihr Geschäft verrichten. Durch das Vlies wird solches Ansinnen wirksam verhindert. Es hat auch noch andere Vorteile: Es hält nämlich die Kälte im Frühjahr ab, so dass die Samen schneller keimen und die jungen Pflänzchen besser wachsen. Außerdem können Amseln und Drosseln nicht die Erbsen aus der Erde picken. Wann man mit den Aussaaten im Frühjahr beginnt, ist letzlich Ansichtssache. Ob Anfang März oder Anfang April, so riesig groß ist der Unterschied normalerweise gar nicht. Allerdings bringt beides, früh einsäen und dann mit Vlies abdecken, schon eine deutlich früheres Wachstum. Der Vorsprung ist vergleichbar mit dem eines Frühbeetkastens.

Bild 1

Die Samen von Paprika, Auberginen und Fleischtomaten sind inzwischen gekeimt und groß genug, dass sie pikiert werden können. Viele Gemüsekeimlinge entwickeln sehr schnell lange Pfahlwurzeln und wachsen dann zu rasch in die Länge. Um dies zu korrigieren, pikiere ich sie: Die kleine Pflanze wird also mit einem Bleistift vorsichtig aus der Erde geholt (Bild 1) und die Wurzel gekürzt. Ich tue dies, indem ich sie mit dem Fingernagel abknipse (Bild 2 und Bild 3).

Bild 2

Dann setze ich die Pflänzchen einzeln möglichst tief in kleine Töpfchen (Erdmischung: 1 Teil Blumenerde + 1 Teil Sand) und stelle sie wieder ans Fenster. Sie müssen jetzt nur noch gelegentlich gegossen werden.
Als nächstes säe ich Kohlrabi, Brokkoli, die Frühkohlsorten und Sellerie und verfahre damit auf dieselbe Weise, nachdem sie gekeimt sind.

Fleischtomaten sind die einzige Tomatensorte, von denen ich immer 3 – 4 im Gewächshaus züchte, weil sie dort früher reifen.

Bild 3

Ich kann sie bereits vor den Eisheiligen im Mai ins Gewächshaus umpflanzen, sobald sie 30 – 40 cm hoch sind, während die Freilandtomaten noch warten müssen.

Die wichtigsten Arbeiten sind nun erst einmal getan, und ich kann mich zurücklehnen, abwarten und mich an den Schneeglöckchen, Krokussen und Christrosen in der Staudenrabatte freuen.

25 Feb

Beginn der Frühjahrsarbeiten

Jetzt gibt es nur noch Winterportulak und Lauchzwiebeln aus dem Gewächshaus zu ernten. Alle anderen Wintergemüse sind verbraucht. Von jetzt an müssen wir auf die eingefrorenen Gemüse zurückgreifen. Weil wir im Laufe des letzten Jahres viele verschiedene Gemüse eingefroren haben, ist die Auswahl noch groß.

Vor einer Woche habe ich Lauchzwiebeln und danach Fleischtomaten für das Gewächshaus gesät. Sie sind schon gekeimt und können jetzt von der Heizung ans Fenster wechseln. Als nächstes müssen Auberginen und Paprika im Haus vorgezogen werden. Meine Freilandtomaten säe ich erst Ende März, sonst sind sie Mitte Mai schon zu groß und lassen sich schwer pflanzen.

Seit über einer Woche haben wir sehr sonniges und warmes Wetter; nachts friert es allerdings immer wieder mal. Dies ist ideal, um die anstehenden Arbeiten zu erledigen. Als erstes habe ich den Baum- und Strauchschnitt zu Ende gebracht. Wer sich über die Technik des Obstbaumschnitts informieren will, kann hier nachschlagen. Dann habe ich vor ein paar Tagen meine beiden Thermokomposter geleert. Der Schnellkompost daraus kommt zwischen die Stauden in der Blumenrabatte, auf die Baumscheiben und um die Beerensträucher (weiter…).

Abharken des Flächenkomposts im zeitigen Frühjahr

Zugekauften Dünger brauche ich dann nicht mehr. Früher habe ich den Kompost noch gesiebt. Inzwischen bin dafür zu faul geworden, weil ich festgestellt habe, dass auch der grobe Kompost bald nicht mehr zu sehen ist.

Heute habe ich mit dem Abräumen des Gemüsebeetes begonnen. Dazu harke ich die Reste des Flächenkompostes ab und lagere sie bis Mai in den Thermokompostern. Die Erde soll jetzt noch ein paar Tage abtrocknen und sich weiter erwärmen, bevor ich mit dem Einsäen beginne.

 

12 Feb

Vorfreude

Winterling im Februar

Ganz allmählich erwacht der Garten aus dem Winterschlaf. In den Blumenrabatten zeigen sich die ersten Frühlingsblumen: Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse. Mit Erstaunen habe ich gesehen, dass mehrere kleine Radicchio den Winter bisher überlebt haben. Manche Gemüsearten sind weniger frostempfindlich als man denkt. Unsere Ernte beschränkt sich jetzt auf Lauch, Pastinaken, Steckrüben, Grünkohl und Feldsalat. Daneben steht noch eine halbe Reihe Lauchzwiebeln im Gewächshaus.

Winterportulak

Anfang November habe ich noch Winterportulak ins Gewächshaus gesät, der jetzt bald erntereif ist. Die Samen keimen erst bei Temperaturen unter 12 Grad. Bei der Ernte schneidet man die Blätter mit der Schere ab und verwendet sie wie Feldsalat. Wenn er nachgewachsen ist, kann man erneut ernten. Winterportulak ist frischer im Geschmack als Feldsalat, reich an Mineralstoffen und nitratarm.

Inzwischen sind auch meine im Internet bestellten Samen eingetroffen. Ich habe dann gleich im Gewächshaus eine Reihe Schnittsalat gesät. Wir essen gern asiatische Nudelsuppen, und Lauchzwiebeln sind dabei ein fast obligatorischer Bestandteil. Als Ersatz nehmen wir zur Zeit auch sehr fein geschnittenen Lauch aus dem Beet. Aufgrund des Bedarfs und weil die Lauchzwiebeln im letzten Jahr erst im Juni groß genug waren, habe ich sie jetzt schon in ein Töpfchen mit Erde gesät und auf die Heizung gestellt. Sobald sie gekeimt sind, kommen sie ans Fenster. Jetzt freue ich mich darauf, Ende Februar mit dem Säen und Vorziehen der anderen Gemüse im Haus zu beginnen.

 

06 Feb

Anbauplanung

Das Wetter im Januar war ausnahmsweise so typisch, wie wir es erwarten, nämlich frostig mit Schnee, der zwischendurch auch wieder aufgetaut ist. In den nächsten Tagen soll es allerdings wärmer werden. Weil Bäume und Sträucher zu schneiden bei der Kälte kein Spaß macht, habe ich statt dessen meinen diesjährigen Anbauplan geschrieben (siehe Abbildung).

Er ist im wesentlichen derselbe wie im letzten Jahr. Allerdings sind alle Reihen um 25 cm weiter gewandert. Eine detaillierte Beschreibung dazu ist hier zu finden! Der Plan hat sich in den letzten Jahren bewährt und ist auf den Bedarf unseres zweiköpfigen Haushalts zugeschnitten.

Außerdem habe ich die alten Samentütchen gesichtet, die ich im letzten Jahr nicht verbraucht habe. Zuerst werfe ich alle Samen, die älter als 3 Jahre sind, in den Müll, sowie die restlichen  Karotten-, Pastinaken- und Petersiliensamen, weil sie in der Regel nur ein Jahr lang sicher keimfähig sind. Dann schreibe ich mir alle Samen auf, die ich nicht mehr habe und laut Anbauplan noch brauche. Diese kaufe ich dann bei einem biologischen Saatgutversand im Internet. Bei der Bestellung achte ich besonders darauf, dass es sich um samenfeste Sorten handelt. In den letzten Jahren werden immer mehr Samen von F1-Hybriden angeboten. Das ist die 1. Tochtergeneration von reinerbigen Elternpflanzen, die auf bestimmte Zuchtziele hin selektiert sind. Letztere orientieren sich aber meistens an den Wünschen der Erwerbsgärtner. Der Geschmack spielt dabei keine große Rolle, ist für mich aber sehr wichtig. Außerdem sind samenfeste Sorten preisgünstiger und die Tütchen mit F1-Hybriden enthalten auch nur wenige Samen. Die Gemüsesorten, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, sind bei den einzelnen Gemüsen im Kapitel “Gemüse in Einzelportraits” genannt.

Weil wir in der letzten Zeit viel Kohl und Wurzelgemüse gegessen haben, brauchten wir eine Abwechselung und haben Gemüse aufgetaut, das wir im letzten Jahr eingefroren haben. Je weniger Gemüse noch im Beet ist, desto mehr muss in den nächsten Monaten auf die Tiefkühlung zurückgegriffen werden. Ende Mai wird die Kühltruhe leer sein.  Bis zum Spätherbst füllen wir sie dann mit den Ernteüberschüssen wieder auf.

28 Jan

Ernte bei Frost

Steckrüben im Januar

Weil der frostharte Boden kurzzeitig aufgetaut ist, habe ich ein Fließ über den Feldsalat und das Wurzelgemüse gedeckt, das ich in den nächsten Tagen ernten will. Dasselbe habe ich mit dem Rosmarin gemacht, um ihn vor dem Erfrieren zu schützen. Unter dem Fließ bleibt der Boden frostfrei. Gemüse aus gefrorenem Boden zu ernten, kann recht mühsam sein. Schnee hat übrigens eine ähnliche Schutzfunktion wie Fließ. Allerdings kann kann es schwer werden, Wurzelgemüse erstmal unter einer hohen Schneedecke zu finden und dann bei Bodenfrost zu ernten. Bei Grünkohl und Lauch hat man dieses Problem nicht. Wenn ich Feldsalat ernten will, decke ich das Fließ bereits morgens auf, schneide die Röschen aber erst am späten Nachmittag ab, damit der Nitratgehalt, der bei wenig Licht ansteigt, wieder abfallen kann.

24 Jan

Beginn des neuen Gartenjahres

Allen Lesern des Blogs wünsche ich viel Erfolg im neuen Gartenjahr!

Seit ca. einer Woche haben wir Nachfröste von – 4 bis – 7 Grad. Dies bedeutet, dass der Gartenboden auch tagsüber durchgehend gefroren ist. Gleichzeitig liegt nur wenig Schnee. Mein Baum- und Strauchschnitt ist daher erst einmal aufgeschoben. Wie bereits im letzten Winter habe ich es darauf ankommen lassen und das Wurzelgemüse nicht eingelagert sondern im Beet gelassen. Geerntet werden können im Freien also immer noch Steckrüben, Karotten, rote Bete, Rettich, Pastinaken und Feldsalat. Im Beet sind außerdem noch Wirsing, Grünkohl und Lauch und im Gewächshaus Winterportulak, der allerdings noch wachsen muss.

Ansonsten haben wir nun bis Ende Februar Zeit, den Anbauplan für dieses Jahr zu schreiben und die Samen für die Gemüse zu besorgen.

Ein geniales Gericht in dieser kalten Jahreszeit ist eine Lauchtarte, auf die wir uns ab dem Herbst schon freuen. Wir essen sie gern mit Räucherlachs und Kräuter-Creme-fraiche. Für das Rezept hier weiter lesen! Als Vorspeise eignet sich sehr gut eine Pastinakencremesuppe (Rezept siehe hier!).