15 Jul

Sommerzeit ist Haupterntezeit

Mit dem Juli beginnt die 2. Jahreshälfte. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den aktuellen Stand des Gemüseanbaus in unserem Musterbeet der Reihe nach zusammenzufassen.

Unser Musterbeet nach Anbauplan Mitte Juli (Reihe 1 -16)

Siehe dazu auch unseren Anbauplan hier! Seite nach unten scrollen!

Reihe 1: Hier habe ich die Pflücksalatmischung “Baby-Leaf” gesät und dazwischen Rettich. Der Rettich ist komplett verbraucht, der Pflücksalat schon mehrmals geschnitten und für Salate benutzt worden.

Reihe 2: Die Brokkolireihe ist abgeerntet. Jetzt habe ich Erbsen gesät, die gerade gekeimt sind.

Reihe 3: Die Lauchzwiebeln sind bleistift- bis daumendick. Die größeren können also bei Bedarf in der Küche verwendet werden. Erst im Herbst werden alle verbraucht sein.

Reihe 4: Die Zuckerschoten sind längst aufgenommen und verwertet. An ihrer Stelle habe ich vorgezogenen Spätkohl gepflanzt.

Reihe 5: Die Karotten sind gut geworden. Nur die größten suchen wir bei Bedarf aus und ernten sie. Die kleinen dürfen weiter wachsen.

Reihe 6: Die Freilandtomaten sind jetzt ca. 1,50 m groß und die ersten Früchte werden rot. Die Seitentriebe in den Blattachseln geizen wir weiter aus. Der dazwischen gesäte Winterrettich ist erst ca. 5 cm hoch und muß bald verzogen werden.

Reihe 7: Der noch dünne Lauch ist durch ein feinmaschiges Netz vor Lauchfliegen geschützt. Erst im Spätherbst und  Winter, wenn die Lauchzwiebeln verbraucht sind (siehe Reihe 3), wird er nach und nach geerntet.

Reihe 8: Die Frühkartoffeln habe ich Anfang Juli ausgegraben. Sie lagern jetzt im kühlen Keller und werden sukzessive verbraucht. Als Folgekultur ist Zuckerhut vorgesehen. Die kleinen Pflänzchen keimen gerade.

Reihe 9: Die Pastinaken haben mit ca. 50 cm bereits ihre volle Höhe erreicht aber bisher nur dünne Pfahlwurzeln ausgebildet, die bis zum Winter langsam an Dicke zunehmen.

Reihe 10: Für die Tomaten siehe Reihe 5! Als Zwischenkultur habe ich laut Plan Steckrüben vorgesehen, die leider schlecht gekeimt sind. Hinzu kam, dass die Amseln und Drosseln die wenigen gekeimten Pflänzchen zugescharrt haben. Deshalb habe die Reihe mit hochkant gesetzten Brettern eingerahmt und die Steckrüben nachgesät. Speziell diese beiden Vogelarten scharren gern im Mulch auf der Suche nach Würmern. Meist ist das kein Problem, nur bei frisch gekeimten Pflänzchen halt unerwünscht. Statt der Bretter kann man die Saat auch mit einem Netz schützen.

Reihe 11: Der Mangold ist schon wieder nachgewachsen. Einen Teil haben wir bereits für eine Mahlzeit verbraucht. In die Lücken dazwischen wurde Fenchel gesät.

Reihe 12: Nach der Ernte der dicken Bohnen nutze ich die Reihe jetzt für Spätkohl und Sellerie, der erst ab Oktober reif werden wird.

Reihe 13: Dies ist wieder eine Karottenreihe. Siehe dazu Reihe 5:

Reihe 14: Die Reihe ist wieder mit Tomaten bepflanzt. Dazwischen sind Steckrüben gesät, die zur Zeit ca. 5 cm hoch sind.

Reihe 15. Die Winterzwiebeln hängen bereits im Schuppen um zu trocknen. Nach der Zwiebelernte sind hier vor 2 Wochen Radicchio und Römersalat gesät worden.

Reihe 16: Vom Frühkohl ist ein Weißkohl, ein Rotkohl und ein Blumenkohl übrig. Wenn beide geerntet sind, werde ich dort nach Plan Buschbohnen säen.

Reihe 17: Siehe Reihe 13 und 5!

Reihe 18: Zwischen den Tomaten ist hier Sellerie gepflanzt, der jetzt ca. 15 cm hoch ist.

Reihe 19: Karottenreihe. Wie in Reihe 5.

Reihe 20: Die Frühkartoffeln sind im Lager, der als Nachkultur gesäte Chinakohl  keimt gerade.

Reihe 21: Radicchio und Römersalat sind frisch gesät (siehe auch Reihe 15).

05 Jul

Sommer im Gewächshaus

Im unserem kleinen Anlehngewächshaus züchten wir im Sommer mehrere Fleischtomaten, Paprika, Auberginen, Gurken und Melonen.

Dazwischen haben wir 8 Basilikum-Tuffs gesetzt. Das Basilikum verbrauchen wir direkt in der Küche. Wenn die Sträucher zu hoch werden, schneiden wir sie eine Handbreit über dem Boden ab, verarbeiten die Blätter zu Pesto und frieren es ein. Nach einiger Zeit wachsen die Triebe nach und die Blätter lassen sich wieder ernten.

Gemüse aus dem Gewächshaus im Juli

Zusätzlich gibt es im Gewächshaus jetzt die ersten Paprika, Auberginen und Gurken zu ernten. Wer mit diesen Gemüsen eine gute Ernte erzielen will, muss ein wenig an Pflege investieren. Bei den Gurken sollten wir die Früchte, Blätter und Seitentriebe bis zu einer Höhe von 70 cm komplett abschneiden. Die übrigen Seitentriebe werden nach dem ersten Blütenstand entfernt. Ein geniales Frühsommergericht sind übrigens “Schmorgurken mit Kapernsoße”. Das Rezept ist hier zu finden.

Gurkenblatt mit Mehltau

Ein ärgerliches Problem im Gewächshaus ist der häufige Befall der Gemüse durch Schädlinge und Krankheiten, vor allem durch Läuse und Mehltau. Das liegt daran, dass die Luft dort heißer, feuchter und windstiller ist als im Freiland. Die natürliche Abwehr durch Regen und Wind fehlt. Hinzu kommt, dass Nützlinge dort seltener die befallenen Pflanzen finden. Um das Problem in den Griff zu bekommen, ist vor allem dafür zu sorgen, dass so gelüftet wird, dass eine gute Luftzirkulation entsteht, und zwar durch ausreichende Fensteröffnungen, ggf. auch durch einen Ventilator. Zusätzlich spritze ich die Gemüse nach dem Pflanzen vorbeugend mit Schachtelhalmbrühe und wiederhole dies jeweils im Abstand von ca. 2 – 3 Wochen. Nach mehreren Spritzungen müssen nur noch die neuen Blätter behandelt werden. Schachtelhalme enthalten sehr viel Kieselsäure, die auf Blätter gespritzt dazu führt, dass die oberste Zellschicht sich verdickt und damit weniger anfällig wird für Läuse- und Pilzbefall. Die Brühe ist gesundheitlich völlig unbedenklich, auch wenn sie auf reife Früchte gelangt. Auf 5 Liter Wasser kommen 500 g frische Schachtelhalme, dann 1 Tag stehen lassen, aufkochen, durchsieben und fertig zum Spritzen ist die Brühe. Faule Gärtner können auch einen Extrakt kaufen, der nur noch verdünnt werden muss. Man sollte allerdings wissen, dass die Brühe nicht mehr wirkt, wenn der Schaden (so wie oben auf dem Foto zu sehen) bereits eingetreten ist. Bei den Gurken kann man auch auf Sorten zurückgreifen, die widerstandsfähig gegen echten Mehltau sind, z.B. Arola und La Diva. Diese Sorten sind allerdings immer noch anfällig für Läuse und echten Mehltau.

24 Jun

Sommerbeginn

Während der meteorologische Sommerbeginn bereits am 1. Juni war, beginnt der astronomische Sommer erst am 21. Juni. Ein anderer Ausdruck dafür ist “Sommersonnenwende”. Dies weist darauf hin, dass an diesem Zeitpunkt Tag und Nacht gleich lang sind, und dass danach die Tage wieder kürzer werden. Bereits in prähistorischer Zeit konnte man diesen Tag mit Hilfe der Gestirne berechnen und hat ihn als Sommersonnenwende gefeiert. In Skandinavien ist er heute noch ein wichtiger Feiertag (Mitsommerfest). Auch für unseren Gemüsegarten ist es ein markanter Zeitpunkt, denn von da an kann man die Langtagspflanzen säen. Dies sind Gemüse, die in Blüte gehen, wenn sie zu früh angebaut werden. Dazu gehört die Gattung der Zichorien (z.B. Zuckerhut, Endiviensalat, Radicchio), außerdem Pak Choi, Chinakohl und Feldsalat. Erst vom Sommerbeginn an ist die richtige Zeit für die Saat. Ein weiterer wichtiger Zeitpunkt im Gartenjahr ist “Johanni”. Dies ist am 24. Juni. An diesem Tag endet die Spargelsaison, und auch Rharbarber sollte dann nicht mehr geerntet werden. Beide brauchen die folgende Zeit, um sich zu regenerieren und im nächsten Jahr wieder neu austreiben zu können.

Inzwischen ist es für diese Jahreszeit bereits  ungewöhnlich heiß geworden. Weil es in der letzten Zeit auch mehrfach ausgiebig geregnet hat, muss man man nur die frisch gekeimten und gepflanzten Gemüse gießen. Für alle anderen reicht die Feuchtigkeit dank des Mulchens im Boden noch aus.

Allgemein hat jetzt die Haupterntezeit begonnen. Sie wird bis Ende Oktober andauern. Die ersten Kohlrabi haben wir schon gegessen. Auch die Zuckerschoten sind schon geerntet. In die Reihe habe ich vorgezogenen Kohl für die späte Herbsternte gepflanzt und mit verdünnter Brennnessseljauche angegossen (Die Jauchendüngung sollte ungefähr alle drei Wochen bis August wiederholt werden). Danach habe ich das Zuckerschotengrün gehäckselt und wieder als Mulch zwischen die Kohlpflanzen gelegt. Es ist ein Prinzip der Mischkultur, den Boden nie offen liegen zu lassen. Ernten können wir jetzt auch die ersten Karotten, jungen Knoblauch, Zwiebeln, Mangold und Brokkoli. Näheres zu deren Anbau ist in der Rubrik “Gemüse in Einzelportraits” zu finden.

Dicke Bohnen nach der Ernte

Gestern habe ich auch die Dicken Bohnen geerntet. Dazu werden die Strünke direkt über dem Boden abgeschnitten. Die ergiebigen Regenschauer der letzten 2 Wochen hat die Läuse abgewaschen, so dass keine mehr zu sehen waren. Manchmal hilft sich die Natur selbst. Die aus den Schoten gedrückten Bohnenkerne haben wir dann kurz blanchiert. Einen Teil davon werden wir in den nächsten Tagen zubereiten. Der Rest wird eingefroren. Auch in die Bohnenreihe kommen jetzt vorgezogene Spätkohlpflanzen. Die Bohnenstrünke habe ich gehäckselt und wieder als Mulch in die Reihe gelegt. So gebe ich dem Boden einen großen Teil der Nährstoffe wieder zurück.

16 Jun

Zuckerschoten und Co.

Mulch zwischen einer Zwiebel-, Kartoffel- und Brokkolireihe

Inzwischen ist es richtig warm geworden bei gelegentlichen Schauern und Gewittern. Ich habe jetzt angefangen, Zug um Zug die 2. Mulchschicht auszubringen. Die 1. Schicht darunter wird bald zu Kompost verrotten. Als Argument gegen das Mulchen wird gelegentlich vorgebracht, dass Schnecken sich darunter gut verstecken können. Tatsache ist aber, dass ich sehr selten Fraßschäden am Gemüse habe. Sicher ist es für die Schnecken schwer, im Mulch größere Strecken zurückzulegen. Ich vermute auch, dass sie im Mulch genügend anderes zu fressen finden und deshalb nicht die Gemüse angreifen. Zwischen den Reihen, in denen ich arbeite, lege ich immer Bretter aus, um den Boden nicht zu verdichten.

Reife Zuckerschoten im Juni

Wenn diese länger liegen, sind darunter gelegentlich Schnecken zu finden, die ich dann absammeln kann. Um ein Einwandern von weiteren Schnecken zu verhindern, pflanze ich Ende Mai immer Tagetes als Umrandung des Gemüsebeetes. Die Blumen sehen schön aus und gehören außerdem zur Lieblingsspeise der Schnecken. Deshalb kann man sie dort leicht absammeln.

Erbsen, Zuckerschoten und die diversen Bohnenarten gehören zu den Leguminosen, einer Pflanzenfamilie, deren Mitglieder durch Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden anreichern. Sie spielen in unserem Mischkulturanbauplan eine wichtige Rolle.

Gemüseernte im Juni

Einmal sind sie delikate Gemüse, die Abwechselung in unseren Speiszettel bringen. Zweitens eignen sie sich aufgrund ihrer Stickstoffbindung sehr gut als Vorkultur für nachfolgende stark zehrende Gemüsearten. Hinzu kommt, dass die verottenden Wurzelreste die Bodenstruktur verbessern. Die Zuckerschoten sind zur Zeit reif und deshalb muss die Reihe jeden 2. Tag durchgepflückt werden. Für die Verwendung in der Küche braucht man kein Rezept. Nur der Ansatz wird entfernt, und zwar so, dass man den Faden mit abzieht. Dann werden sie 2 min in heißer Butter geschwenkt und gesalzen, fertig! Wer nicht alle in der Küche verwenden kann, sollte man sie kurz blanchieren und einfrieren.

Dicke Bohnen im Juni

Auch die Dicken Bohnen werden bald reif. Die Spitzentriebe habe ich bereits ausgebrochen. Das beschleunigt die Reife und reduziert den Befall mit der Bohnenlaus. Es ist meine einzige Maßnahme dagegen. Die schwarze Bohnenlaus ist ein Schädling, der die dicken Bohnen jedes Jahr befällt, aber nur sie und keine anderen Gemüse. Wenn die Läuse auftauchen, finden sich auch bald ihre Gegenspieler ein, z.B. Marienkäfer und Florfliegen. Oft sind die Läuse dann bald reduziert. Die Ernte beeinträchtigt der Befall dann kaum noch. Rezepte mit Dicken Bohen siehe hier!

Blühender Thymian

Von den mehrjährigen Küchenkräutern stehen jetzt der Thymian und der Schnittlauch in voller Blüte und sind eine gute Bienenweide. Der Thymian ist kleinwüchsig  und macht sich daher gut als Einfassung von Wegrändern. Auch Schnittlauch lässt gut sich gut als Randeinfassung verwenden.

Blühender Schnittlauch

Die Blütenstängel lassen sich zum Würzen nicht mehr benutzen, weil sie zu hart sind, wohl aber die Blüten als Dekoration für Salate, wenn man sie aus den Blütenständen zupft. Wer nur an den Blättern interessiert ist, muss sie bodennah abschneiden. Dann treibt die Pflanze wieder neu aus.

30 Mai

Ende Mai

Nach den Eisheiligen ist im Gemüsegarten immer viel zu tun. Weil es in den letzten Tagen mehrmals ausgiebig geregnet hat, wird das Gemüse jetzt gut wachsen, obwohl der Mai bisher kühler als im letzten Jahr war. Die Fläche zwischen den Reihen, auf der Spinat stand,  habe ich  mit einer Schicht Mulch bedeckt. Die Vorteile des Mulchens sind im Kapitel “Bodenpflege: Kompostierung und Gründüngung” beschrieben (siehe hier!).

Unser Musterbeet Ende Mai

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Arbeiten in den einzelnen Gemüsereihen des Anbauplans zusammenzufassen. Bevor ich dort arbeite, lege ich dazwischen Bretter aus, auf die ich treten kann. Dadurch vermeide ich, dass sich der Boden durch das Betreten des Mulchs verdichtet.

Reihe 1: Der Pflücksalat ist in 1 – 2 Wochen so weit, dass er sukzessive geentet werden kann. Bis dahin werden werden wir Kräuter für Salate verwenden, z.B. Zitronenmelisse, Sauerampfer, Gundermann, Rucola, Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum aus dem Gewächshaus.

Reihe 2: Hier habe ich als Vorkultur vorgezogenen Brokkoli gepflanzt. Wenn er abgeerntet ist, werde ich dort Erbsen säen. Details zum Brokkoli-Anbau siehe hier!

Reihe 3: Die bereits im März direkt in die Reihe gesäten Lauchzwiebeln habe ich letzte Woche auf Abstände von  ca. 10 cm in einer Doppelreihe verzogen. “Verziehen” heißt, dass man die Pflänzchen, die zu dicht stehen, in die Lücken setzt, in denen zu wenige  gekeimt sind. Näheres zum Anbau von Lauchzwiebeln siehe hier!

Reihe 4: Die Zuckerschoten sind jetzt ungefähr 60 cm hoch und mit Rankhilfen versehen. Sie blühen bereits. Weiter zum Zuckerschotenanbau!

Reihe 5: Die Radieschen habe ich abgeerntet und die Karotten verzogen und in den Lücken nachgesät. Zum Karottenanbau siehe hier!

Reihe 6: Hier habe ich 3 Tomaten gepflanzt. Dazwischen muss noch Winterrettich gesät werden. Details zum Tomatenanbau siehe hier und zum Rettichanbau hier!

Reihe 7: Der Lauch ist bereits auf Abstände von 10 cm in Doppelreihe verzogen worden. Danach habe ich ein feinmaschiges Netz über einem Rahmen um die Pflanzen gelegt. Dies ist das einzige wirksame Mittel, um die Lauchmotte von der Eiablage an den Lauchpflanzen abzuhalten. Weiter siehe hier!

Reihe 8: Die Frühkartoffeln sind gut gewachsen und bereits vor 2 Woche angehäufelt worden. Zum Anbau von Kartoffeln siehe auch hier!

Reihe 9: Die Pastinaken müssen auf Abstände von ca. 20 cm verzogen werden. Näheres zu Pastinaken ist hier zu finden.

Reihe 10: Hier stehen 3 Tomaten. Dazwischen müssen noch Steckrüben gesät werden. Zum Steckrübenanbau siehe hier!

Reihe 11: Die ersten Frührettiche sind bereits reif und können geerntet werden. Der Mangold dazwischen ist schlecht gekeimt. Ihn muss ich nachsäen. Weiter zum Anbau von Mangold.

Reihe 12: Die Dicken Bohnen sind jetzt ca. 60 cm hoch und haben angefangen zu blühen. Die Pflanzen werden im Frühjahr praktisch immer von der schwarzen Bohnenlaus befallen. Ich bekämpfe sie nur insoweit, dass ich die Triebspitzen ausbreche. Details zum Anbau von Dicken Bohnen siehe hier!

Reihe 13: Karotten. Siehe Reihe 5!.

Reihe 14: Tomaten und Steckrüben. Siehe Reihe 10!

Reihe 15: Die im letzten Winter gesteckten Zwiebeln sind gut gewachsen. Einzelne können bei Bedarf bereits in der Küche verwendet werden. Komplett ernten wir die Reihe erst ab, wenn das Laub abknickt. Weiter zum Zwiebelanbau!

Reihe 16: Die vorgezogenen Frühkohlpflanzen haben sich bereits gut entwickelt. In 1 – 2 Wochen werden sie mit verdünnter Brennesseljauche nachgedüngt. Details zum Kohlanbau finden sich den Kapiteln “Blumenkohl, Rotkohl, Weißkohl und Wirsing.”

Reihe 17: Karotten. Siehe Reihe 5!

Reihe 18: 3 Tomaten. Dazwischen habe ich vorgezogenen Sellerie gepflanzt.

Reihe 19: Karotten. Siehe Reihe 5!

Reihe 20: Frühkartoffeln. Siehe Reihe 8!

Reihe 21: Wintersteckzwiebeln. Siehe Reihe 15!

 

14 Mai

Die Eisheiligen

Die letzte Woche war kühl und regnerisch. Pünktlich zum Ende der Eisheiligen ist jetzt aber wärmeres Wetter angesagt. Das heißt, wir können in den nächsten Tagen auch die wärmeliebenden Pflanzen ins Freie pflanzen.

Die am 30. April beschriebenen Arbeiten habe ich inzwischen alle durchgeführt. Unter anderem ist der meiste Spinat geerntet, und die Senfreihen sind abgehackt. Die Erbsen haben Rankhilfen und die Kartoffeln sind angehäufelt. Die dicken Bohnen habe ich mit Pfählen und Bindfäden so gesichert, dass sie bei Starkwind nicht umfallen. Noch geerntet werden müssen die letzten Radieschen.

Radieschen und Karotten im Mai

Danach kann ich die Karotten auf Abstände von ca. 10 cm vereinzeln und dort nachsäen, wo es Lücken gibt. Amseln und Drosseln hacken manchmal gern im Mulch herum und wühlen junge Saaten zu. Dann schütze ich die kleinen Pflänzchen mit zwei hochkant stehenden Brettern. Man kann natürlich auch ein Netz zum Schutz der Saaten nehmen. Weil es im Gewächshaus keine Nachtfröste gibt, habe ich Basilikum, Paprika, Auberginen und Gurken dort bereits Ende April eingepflanzt. Auch die Fleischtomaten lasse ich immer unter Glas wachsen, weil sie im Freien erst spät fruchten. Um die vorgezogenen Tomaten aus dem Gewächshaus, die für das Freiland vorgesehen sind abzuhärten, habe ich sie heute schon einmal draußen an einen windgeschützten Platz gesetzt.

30 Apr

Alles neu macht der Mai

Schon das Sprichwort sagt: “Alles neu macht der Mai!”. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die wichtigsten Einsaaten und Pflanzungen für die Sommersaison im Mai durchgeführt werden. Wie auch schon im letzten Jahr ist das Wachstum im Gemüsegarten wegen des warmen Aprils ca. 2 Wochen weiter als im langjährigen Mittel.

Ein markanter Wendepunkt im Gartenjahr wird durch die Eisheiligen markiert. Sie stellen den tatendurstigen Gärtner jedes Jahr auf eine harte Geduldsprobe. Nach dem Kalender sind sie vom 11. bis 15. Mai, und die statistische Auswertung von langjährigen Messungen hat gezeigt, dass von da an die Wahrscheinlichkeit von Nachtfrösten extrem gering wird. Auch wenn das Wetter vorher warm und sonnig ist, kann Kaltluftzustrom aus dem Norden noch bis Mitte Mai zu nächtlichen Frosteinbrüchen führen, die frostempfindlichen Pflanzen schaden.

In den nächsten Tagen ist einiges zu tun. Der Spinat zwischen den Reihen ist jetzt groß genug und kann Zug um Zug geerntet werden. Dazu schneide ich ihn direkt über den Wurzeln ab und verwende die Blätter in der Küche (Rezepte siehe hier!). Der Rest wird blanchiert und eingefroren. Danach hacke ich die Wurzeln ab. Auch den Gelbsenf, den ich als Vorkultur für Kohl und Tomaten gesät habe, werde ich demnächst abhacken und ihn auf der Fläche verrotten lassen. Die Bedeutung von Spinat und Gelbsenf in unserer Mischkultur ist auch im Kapitel Bodenpflege beschrieben (siehe hier!). Dann decke ich die Fläche zwischen den Reihen Zug um Zug mit ungesiebtem Schnellkompost aus den Thermokompostern ab.

Als nächstes nehme ich mir Reihe für Reihe vor für die anschließenden Arbeiten (siehe auch den Anbauplan im Kapitel Gemüsemischkultur: Viel Ertrag auf kleiner Fläche). Als erstes habe ich den vorgezogenen Brokkoli eingepflanzt. Falls es in den Reihen für Lauchzwiebeln, Pastinaken und Lauch große Lücken gibt, muss nachgesät werden. Die Zuckerschoten sind jetzt ca. 20 cm hoch. Sie sind bereits angehäufelt worden und haben Rankhilfen bekommen. Die Radieschen in den Karottenreihen können wir bei entsprechender Größe schon ernten. Wenn sie zu lange im Beet bleiben, platzen und schießen sie. Hat man zu viele reife Radieschen auf einmal und kann sie nicht alle verwenden, so gibt es die Möglichkeit, daraus eine Cremesuppe zu kochen. Das Grün lässt sich für die Suppe mitverwenden. Als Rezept nehmen wir das der Rettichsuppe (siehe hier!). Wenn die Radieschen geerntet sind, müssen die Karotten auf Abstände von ca. 10 cm verzogen werden, d.h. zu eng stehende Pflänzchen werden herausgezogen. Falls es größere Lücken in der Reihe gibt, müssen wir nachsäen. Auch die dicken Bohnen werden angehäufelt, damit sie einen besseren Stand haben. Wenn sie ca. 40 cm hoch sind, sichere ich sie zusätzlich mit Stöcken und einer Schnur, die verhindert, dass sie bei starkem Wind umfallen. Die Frühkartoffeln werden ebenfalls angehäufelt. Sie fallen dann nicht auseinander und setzen mehr Knollen an. Zuletzt werde ich den Spätkohl an einer freien Stelle außerhalb des Beetes direkt ins Freie aussäen. Im Einzelnen sind dies Wirsing, Rotkohl, Blumenkohl und Rosenkohl. Weil nur wenige Kohlpflanzen in unserem Beet Platz haben, sind auch nur wenige Samen erforderlich.

Jetzt ist es auch Zeit, Brennesseljauche anzusetzen. Diese benötige ich, wenn ich nach den Eisheiligen die vorgezogenen Tomaten und den vorgezogenen Frühkohl pflanze. Nur die Starkzehrer im Beet benötigen diese zusätzliche Düngung. Brennesseljauche ist deshalb zu empfehlen, weil sie viel Stickstoff und Mineralien enthält, und weil die Düngewirkung schnell eintritt. Für die Herstellung legen wir abgeschnittene Brennnesseln in einen großen Kübel, bis er voll ist. Dann füllen wir ihn mit Wasser auf. Wenn ich Schachtelhalm im Garten finde, gebe ich ihn dazu. Das Verhältnis soll ca. 10 l Wasser auf 1 kg Brennnesseln betragen. Wer den Jauchengeruch nicht mag, gibt eine Handvoll Gesteinsmehl oder 2 Hände voll Schafgarbe mit hinein. Dann Behälter schließen, gelegentlich umrühren und das Gemisch mindestens zwei Wochen ziehen lassen.

Weitere Details zum Anbau der genannten Gemüsearten finden sich hier!

19 Apr

Ostern

Ostern ist das wichtigste christliche Fest, weil an diesem Tag die Wiederauferstehung des gekreuzigten Jesus gefeiert wird. Passend zu dieser Symbolik der Auferstehung beginnt jetzt auch die große Zeit der Frühjahrsblüher: Narzissen, Tulpen und Hyazinthen dominieren das Bild im Garten. Daneben finden sich Veilchen, Vergißmeinnicht, Gedenkemein, Traubenhyazinthen und viele andere. Und die Polsterstauden bereiten sich schon auf ihren großen Auftritt vor.

Die im März ausgebrachten frühen Gemüsesaaten sind alle gekeimt und bedürfen demnächst weitere Pflege. Wer die Saaten noch nicht erledigt hat, muss spätestens jetzt aktiv werden oder eine deutlich spätere Ernte in Kauf nehmen.

Allen Lesern wünsche ich ein frohes und sonniges Osterfest und eine entspannte Zeit im Kreise der Familie.

 

07 Apr

Anfang April

In der letzten Zeit hatten wir abwechselnd kühlere und wärmere Perioden, also nichts Unübliches für diese Jahreszeit. Weil meine Saaten gut gekeimt sind, habe ich das Flies entfernt.  Für die Katzen aus der Nachbarschaft wird die Fläche uninteressant, sobald die Saat aufgegangen ist. Jetzt ist es Zeit, um Lücken in den Reihen nachzusäen. Dazu lege ich jeweils 2 Bretter zwischen Spinat und Gemüsereihe, damit ich die Lücken gut erreichen kann, ohne die bereits gekeimte Saat zu beschädigen. Auf dem Foto ist im Vordergrund sehr gut die im Spätherbst gesetzte Wintersteckzwiebelreihe zu sehen. Auch die Senfreihen, die als Vorkultur für die Tomaten gesetzt sind, sind schon gut gewachsen. In der Bildmitte sind die dicken Bohnen jetzt ca. 5 cm hoch.

Vorgezogene Pflanzen Anfang April im Gewächshaus

Seit 10 Jahren habe ich auch ein kleines Gewächshaus, das sich an die Südfront des Hauses anlehnt. Ich benutze es als Kaltgewächshaus, d.h. es wird nicht beheizt. Wenn ich eine Heizung einbauen würde, bräuchte ich auch künstliches Licht im Winter. Dies ist mir zu aufwendig und für meine Zwecke auch nicht erforderlich. In jedem Jahr ziehen meine vorgezogenen Pflänzchen Anfang April von der Fensterbank ins Gewächshaus um. Dies gilt für Tomaten, Auberginen, Paprika, Tomaten, Frühkohl und Sellerie. Im Sommer wachsen dort nur die mediterranen Gemüse sowie Gurken und Basilikum. Die Fleischtomaten bleiben im Gewächshaus, weil sie draußen sehr spät reifen, die übrigen Tomatensorten kommen nach den Eisheiligen ins Mischkulturbeet. Frühkohl, Brokkoli und Kohlrabi pflanze ich ebenfalls im Mai ins Freiland. Unter Glas kann ich bei den mediterranen Gemüsen regelmäßig mit guten Ernten rechnen. Ein Nachteil ist aber, dass im Gewächshaus häufiger mit Schädlingen und Krankheiten zu rechnen ist als in der Mischkultur draußen, vor allem mit Läusen bei Auberginen und Paprika und mit echtem und falschem Mehltau bei den Gurken. Details zum Anbau der einzelnen Gemüsearten siehe hier!

Den Boden des Gewächshauses bereite ich jetzt erst einmal vor, indem ich ihn mit Grabegabel und Hacke lockere. Die Mulchreste vom letzten Jahr bleiben einfach liegen. Weil im Winter selten gegossen wird, ist die Erde meist zu trocken. Deshalb gieße ich die gesamte Fläche gründlich, um das Bodenleben zu aktivieren. Die Tomatenpflanzen im Haus sind inzwischen groß genug, um sie in größere Töpfe umzupflanzen und auf den Boden des Gewächshauses umzusiedeln. Sie machen den Platz im Haus frei für Gurken, Zucchini und Kürbisse, die ich jetzt in kleine Töpfe säe und unter Folie auf die Heizung setze. Sobald sie gekeimt sind, kommen sie auf die Fensterbank ins Licht.

30 Mrz

Wildkräuter – Delikatessen im zeitigen Frühjahr

Wenn der Portulak zu langweilig wird, und Schnittsalat und Spinat noch nicht groß genug sind, lässt sich die Zwischenzeit gut mit Wildkräutern überbrücken. Viele Wildkräuter kommen sowohl in der freien Natur als auch in unseren Gärten vor. Im Frühjahr sind ihre Blätter noch zart. Im Sommer ist dies nicht mehr der Fall und es gibt dann auch im Garten genügend Alternativen in Form von gesäten Küchenkräutern und grünen Salaten.

Glänzende Blattunterseite von Maiglöckchen (links) und stumpfe vom Bärlauchblatt (rechts)

Manche Wildkräuter sind essbar, es gibt aber auch giftige. Zu den essbaren Kräutern, die auch noch schmackhaft sind, zählen z.B. Löwenzahn, Brennnesseln, Schafgarbe, Brunnenkresse, Giersch, Gundermann, Huflattich, Wiesenkerbel, Vogelmiere, Sauerampfer, Hirtentäschelkraut, behaartes Schaumkraut, weiße Taubnessel, Frauenmantel, Knoblauchrauke und Bärlauch. Für das Sammeln von Wildkräutern gilt allerdings dasselbe wie für Pilze: Man sammelt nur die, die man ohne jeden Zweifel identifizieren kann. Der Bärlauch nimmt unter den Wildkräutern eine Sonderstellung ein.

WIldkräutersalat

Im Frühling streifen stets Heerscharen von Sammlern durch unsere Wälder, um Bärlauch zu sammeln. Ein bekannter Koch und Gastronom der Region, der in jedem Frühjahr zu Bärlauchexkursionen einlädt, hat zu diesem “Run” erheblich beigetragen. In den Medien wird oft ignoriert, dass die Blätter des Bärlauchs sehr leicht mit denen von Maiglöckchen verwechselt werden können, die sehr giftig sind. Beide haben dieselbe Blattform, und der Geruch allein ist kein gutes Unterscheidungsmerkmal, weil der starke Knoblauchgeruch des Bärlauchs den der Maiglöckchen überdecken kann.

Wildkräuterrisotto

Ein untrügliches Bestimmungsmerkmal sind dagegen die Blattunterseiten. Die des Bärlauchs sind stumpf, die der Maiglöchchen dagegen glänzend (siehe Foto oben!). Bei der Verwendung in der Küche sollte man beachten, dass Bärlauch roh stark nach Knoblauch schmeckt. Nicht jeder mag das. Man kann dies aber abmildern, indem man nur blanchierte Blätter verwendet bzw. sie mit Spinatblättern streckt. Wildkräuter lassen sich besonders gut als Salate, in Risotto und für Suppen und Tees verwenden. Rezepte, bei denen Wildkräuter verarbeitet werden, sind hier zu finden, z.B. das Rezept für Wildkräutersalat und -Risotto auf den beiden Fotos.